Liebe Garten- und Naturfreunde,
an einem Samstag vor ein paar Wochen war ich beim BN Wartaweil zu den Wartaweiler Gesprächen. Es ging um Bäche in Bayern. Diese sind in Fließgewässer dritter Ordnung unterteilt und unterliegen dadurch den jeweiligen Gemeinden, auf dessen Flur sie sind. In Bayern haben wir ca. 90000 km solcher Gewässer.
Diese Bächlein sind allerliebst anzusehen, wenn sie denn mäandern dürfen und nicht begradigt und verlegt wurden. Für die, die nicht wissen, was mäandern ist, das sind Schleifen, die Bach oder Fluss sich in die Landschaft graben und in denen das Wasser sich sozusagen umwälzt. Und wenn Steine im Bachbett liegen und das Wasser lustig drüberspringt und sprudelt, sich mit Luft und Mineralien anreichert.
In zwei Vorträgen vorab wurden wir auf das Thema vorbereitet, im weiteren Verlauf konnte man sich an den jeweiligen Themenständen z.B. Hochwasserschutz, Muscheln, Biberverbau usw. informieren. Da die Zeit zu kurz war, sich mit allen sieben Themen zu befassen, musste ich mich entscheiden, wo ich denn nun anstehen sollte. Kurzerhand ging ich zu Herrn Ulrich Meßlinger, den Biberexperten, da mich das Bibertier seit einiger Zeit sehr in seinen Bann zieht. Da stand ich nun und sah erst mal große Fotos vor mir liegen, und was zeigten diese Fotos? Bachlandschaften, Verbauungen und ganz nah an Bäche herangemähte Wiesen. Ich hörte ganz gespannt Herrn Meßlinger zu und begriff ganz langsam, dass so 20 bis 30 Meter herüben und drüben von einem Bach unbedingt notwendig wären um das Ganze überhaupt erst mal annähernd natürlich sein lassen zu können. Keine Drainagen, Verrohrungen und Verbauungen mehr. Da gefiel mir ganz herrlich, was denn nun Herr Schweinberger, der ehemalige Bürgermeister der Stadt Buchloe, zum Hochwasserschutz vortrug. Da die natürlichen Verläufe, die sich immer wieder verändern und ein Netz zeigen, Wasser zurückhalten und aufstauen, wäre es im weiteren Verlauf ein naturgegebenes Gesetz, dass sich „nach unten“ hin nicht alles konzentriert. So nach dem Motto, den Letzten beißen die Hunde. So hat sich Herr Schweinberger alle Anrainergemeinden von Hühnerbach und Gennach mit in das Boot geholt und den Hochwasserschutz gemeinsam auf den „Weg“ des Wassers gebracht. Als ich an einem anderen Tag mit Herrn Schweinberger noch ein langes persönliches Gespräch hatte, sagte er mir, dass man miteinander reden und immer wieder reden, reden, reden muss. Nur so können Missverständnisse ausgeräumt und fruchtbare Ergebnisse zustande kommen, wo ich zutiefst mit ihm übereinstimmte. So kamen in Wartaweil mit allen zusammen in der Runde, Wasserrückhalt, Biotopverbund, Kleinklima, Hochwasserschutz, Artenvielfalt, Kosten für Gewässerrückhalt, CO2 Speicherung, Nährstoff- und Sedimenteintrag, Filterwirkung und Biberdämme zur Sprache und sind am Ende durch eine rege Diskussion auf einen guten Nenner gebracht worden. Felix Wolfrum hat zum Thema Fisch und Lebensraum einiges mitgeteilt, unter anderem, dass fast alle Fischbestände auf der roten Liste stehen. Sie sind an der dritten Stelle in ihrer Artengruppe, ist das nicht überaus erschreckend!? Wo bekommen wir unsere Forelle her oder einen Saibling oder, oder?
Frau Wirth hat uns informiert über die Fluß- und Bachmuscheln und dass eine nichteinheimische Muschel unsere einheimischen bedroht, haben wir das nicht schon zur Genüge mit den eingeschleppten Neophythen in sämtlichen Bereichen? Was mich im Nachhinein noch besonders beeindruckte, war Thomas Corbeck, der in München für die bayrische Verwaltung für ländliche Entwicklung zuständig ist. Er sagt, dass es oberwichtig ist, das Wasser dort zu behalten, wo es herkommt, weil immer mehr Wasser abfließt und wir es unbedingt hier versickern, rückstauen und speichern sollten und das schon lang bevor Häuser in Sicht sind. Hier an dieser Stelle sind nun vor allem die jungen Menschen gefragt und man muss ihnen immer wieder Angebote machen, sich um das noch vorhandene Wasser zu kümmern sagt Corbeck. Also geht es um Kümmerer, um Vorreiter, um Lenker, einfach um Oberindianer der Natur, vor allem des Wassers unseres Lebensraumes. Wasser ist Leben für alles und jeden.
Wasser bedeutet auch Schnee und Weihnachten und Krippele. Ach so schea und da Weihnachten für mich die schönste Zeit im Jahr ist, wo ich die Seele mal baumeln, fünfe grade sein lassen und einfach mal aus dem Fenster schauen kann, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben. Deshalb wünsche ich Euch ein absolut gigantisches Weihnachten, ein herzlich gutes neues Jahr und die Liebe des kleinen Jesuskindes.
Was ich noch gut gebrauchen könnte, sind Zweige. Aber es sollte Nordmanntanne, Weißtanne, auch Koniferenzweige sein. Wer hat so etwas für mich, da mein lieber Herr Stempfel gestorben ist und ich dort nichts mehr kaufen kann. Bitte leitet mir alles weiter, was ihr wisst. Vergelts Gott.
Eure Lucia
U.Messlinger
Bitte beachten Sie, dass unsere Hinweise und Hilfestellungen die Meinung des jeweiligen Autors wiedergeben. Alle Informationen sind nach bestem Wissen und Gewissen dargestellt. Dennoch übernehmen wir keinerlei Verantwortung dafür, ob Sie unseren Ratschlägen folgen oder nicht!
