Johannisbeerstrauchkolumne

Liebe Garten- und Naturfreunde in der schönsten Jahreszeit, die es gibt,
 
wenn in diesen paar Monaten des Frühlings die hellgrünen Blättchen aus den für den Winter verharzten Knospen so fein hervorbrechen, wie freue ich mich da, dass ich einen neuen Frühling erleben darf. Da fühle ich mich in meinem Herzen ganz besonders vom lieben Gott geliebt.
 
Letztes Jahr, als ich auf der Obstwiese nochmal nach den Johannisbeeren sah, war ich völlig überrascht, wie viele, dicke, fette, lange Träublein an einem von den Sträuchern hingen. Ich pflückte mir ein paar ab und überlegte mir, dass sich so ein wundervoller Strauch auch in meinem neuen Gartenabschnitt als „Zaun“ super machen würde. Als ich das nächste Mal nach Denklingen kam und wieder auf der Obstwiese war, habe ich auch noch etwas von den roten Johannisbeeren pflücken können. Ich habe dann den abgeernteten Strauch in Augenschein genommen und mich entschlossen, von diesem Johannisbeerenstrauch ein paar Stecklinge zu machen. So habe ich von dünneren und dickeren Zweigen den oberen noch unverholzten Teil abgeschnitten, der so ca. 10 cm lang war. Zuhause steckte ich die Stecklinge in den Boden einer meiner alten „Badewannen“, die ich als Hochbeet nutze. Bevor der Winter kam, habe ich nachgesehen, ob sie denn schon Wurzeln angesetzt hatten. Juhu, ja sie hatten kleinste Wurzeln getrieben. Dann habe ich diese ausgegraben und einzeln in kleine Töpfchen gesetzt und mitsamt den Töpfen in eine größere mit Boden gefüllte Mörtelwanne gegraben. So dass sie über den Winter „warm“ stehen und weitere Wurzeln bilden können. Ich hatte diese im Herbst schon vereinzelt und musste sie im Frühjahr nicht auseinander fieseln, musste sie nur noch nehmen und in mein neues Beet setzen. Ich freue mich so, dass sie schon ein Träubchen angesetzt haben, und das sieht lustig aus, die ca. 10 cm großen Pflänzchen und knapp über dem Boden eine lange Traube, die mich hoffentlich mit roten Beeren beglückt. Es ist immer wieder ein Erlebnis mit Gänsehautgefühlen, so eine selbst gezogene Pflanze langsam wachsen zu sehen. Gestern habe ich mir Stecklinge von meinem Taxus/Eibe gemacht, da freue ich mich auch schon drauf bald mehrere zu haben. Man muss sie halt gut wässern, dass sie überhaupt Wurzeln ansetzen können.
 
An der JHV des Kreisverbandes am 11. April haben die Schwiftinger schöne Buchsbüschel mit Weißdorn als Deko auf den Tischen gehabt. Ich habe mich gewundert, dass der Buchs noch so schön aussah, und habe gefragt, ob ich am Ende für meinen Blumenschmuck zuhause ein Büschelchen mitnehmen darf, das wurde mir von den Schwiftingern herzlich genehmigt. So haben meine neben mir sitzenden Damen von unseren Nachbargartenbauvereinen Leeder und Asch sich über den von den Zünslern übrig gebliebenen Buchs unterhalten. Die Leederer Frauen erzählten mir, dass sie letztes Jahr beobachtet hätten, dass Spatzen in den Büschen saßen, die Zünsler fingen, sie ausschüttelten, bis das weiche und giftige Sekret des Buchbaums aus ihnen geflossen war, und sie dann den übriggebliebenen Zünsler mit Genuss verspeisten. Ich fand das bemerkenswert, dass die Vögel sich untereinander absprachen, dass es auf diese Weise am besten geht auch die Zünsler noch zu fressen. Ich finde es immer wieder interessant, dass die Tiere zueinander halten und sich gegenseitig informieren, miteinander reden, wo die guten Sachen sind. Endlich haben die Vögel auch meinen Futterzopf gefunden und es kommen immer mehr. Ich denke, dass ich dann doch wieder etwas kaufen muss. Ich habe nämlich vor lauter Ungeduld, die übrigen Zöpfe meinem Nachbarn geschenkt. Na ja, da haben sie es ja dann auch gefressen newoar.
 
Ich wünsche Euch, dass es noch mehr möglich ist miteinander zu reden, reden, reden und damit zusammen lachen zu können und auch mal fünf grade sein zu lassen.

Eure Lucia

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