Liebe Garten- und Naturdschamsderer,
als wir an einem sehr heißen 4. Juli in Gunther Seelosens herrlichem Garten waren, haben wir uns einen Eindruck schaffen können, wo Wildbiene, Schmetterling, Igel, Wiesel und sogar der Fuchs sich wohlfühlen. Es ist immer wieder eine Freude auf solche Gärten zu treffen, die nicht nur geleckt sind. Die Lichtverschmutzung mit den vielen Lampen im Garten mag vielleicht für unsere Augen schön aussehen, aber z.B. für ein Glühwürmchen sind sie der Tod. Wo doch Glühwürmchen so wichtig und herrlich anzusehen sind. Man muss ja nur das Laub im Herbst unter die Hecke kehren und im ganzen Jahr liegen lassen zum Verrotten. So bildet sich ganz von selber neuer Boden für die Hecke und ich tue noch etwas für mein Gemüt. So ein Glühwürmchenmann kann einfach das Glühwürmchenweibchen nicht sehen und sie ihn auch nicht, um zueinander zu kommen, wenn diese Lichter im Garten brennen. Ich hatte vor ein paar Wochen eine Gesellschaft in meinem Garten und als es dämmrig wurde, hörte ich plötzlich Begeisterungsrufe aus einer Ecke. Die etwas „mittelalterlichen“ sechziger Jahrgänge sahen viele Glühwürmchen fliegen und waren so sehr erfreut darüber, dass sie ein ganze Weile den Glühern nachsahen. Und als ich einige davon diese Woche wieder sah, erzählten sie mir, dass sie bei mir in meinem Garten ein einzigartiges Erlebnis hatten, nur weil sie wieder mal in ihrem Leben Glühwürmchen sahen.
Also zurück zu Gunthers Garten, da ergänzten wir uns darin, über die Glühwürmchen zu berichten. Es ist nämlich so, dass so ein Glühwürmchen über drei Jahre braucht, bis es fliegen kann und sich dann paart und in der Zwischenzeit, na was macht es da, solange es am Boden leben muss? Und wisst Ihr es? Ja genau richtig, es frisst Schnecken, sowohl Gehäuse- als auch Nacktschnecken. Ich hab da mal ein Gedicht darüber geschrieben, aber Gunther sagte mir im Vorfeld, dass es für Insider toll geschrieben sei, aber wenn man nichts weiß, eben nicht viel damit anfangen kann. Jedenfalls so ein Glühwürmchen legt an die 200 Eier und, weil die Larven genau so viel Schnecken fressen wie die erwachsenen Tiere, ist es doch absolut wert, die Lichter in der Nacht weg zu lassen, Laubhäufen anzulegen und einfach den Herrgott einen guten Mann sein zu lassen, oder was meint Ihr? Manchmal ist es mit ein bisschen ordentlicher Unordnung leichter und auch insekten- und damit ein ganzes Stück vogelfreundlicher zu sein und seinen Garten dennoch bzw. grade deshalb genießen zu können. Vor allem, wenn man dann am Abend die glühenden Punkte beobachten kann.
Ist das nicht ein wunderbares Glücksgefühl?
Ich wünsche Euch, dass viele tausend natürliche Lämpchen aufgehen in Euren Gärten und Ihr allseits mit der göttlichen Lebensfreude ins Bett gehen könnt.
Eure Lucia

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