„Leben mit und vom Garten“
so lautete der Vortrag von Gunther Seelos bei unserer Jahresversammlung im März.
Er hatte uns damals als Optiker Einblick in die Wahrnehmungsmöglichkeiten unserer Augen und gleichzeitig als Hobbygärtner einen fotografischen Einblick in seinen zertifizierten Naturgarten gegeben.
Anfang Juli durften unsere Vereinsmitglieder nun bei herrlichem Sommerwetter anlässlich einer Führung seinen Garten auch „persönlich“ kennenlernen.
Eines stellte sich schnell heraus: Ein Spaziergang wird das nicht, eher eine Bergtour, denn der Garten zieht sich hinter dem Laden den Hang fast bis zur Kirche hoch. Ein Garten mit gelebter Permakultur, ein Garten, den Gunther Seelos gemeinsam mit seiner Frau nach und nach angelegt hat. Mit der Sense mäht der Referent wie ein Alphöi nur gelegentlich die Grasflächen. Zwei schnuckelige Laufenten halten den Garten schneckenfrei, während die Hühner nur Auslauf in einem begrenzten Teil des Gartens haben. Sie würden ihn sonst gänzlich umscharren. Alles hier wird irgendwie wieder verwendet. Das Grundprinzip des Gartens ist, Lebensraum für selten gewordene Tiere zu schaffen und diese finden sich dann auch ein, wenn sie die benötigten Gegebenheiten vorfinden. Und tatsächlich wuselt und wimmelt es hier an Insekten, Schmetterlingen und allem möglichen Getier. Auf einem Blatt sehen wir z.B. die Krabbenspinne des Diavortrags. Sie lauert geduldig auf Beute. Gunther Seelos weiß auch sehr viel zu erzählen, wie alles in und mit einander vernetzt ist. Welche Tiere in den den schattigen Bereichen des Gartens oder unter Steinhaufen leben oder auch, wer nachts an der kleinen Wildkamera vorbei schleicht. Da es auch ein Selbstversorgergarten ist, gibt es ein paar Hochbeete mit Gemüse. Aber das ist nicht Hauptzweck dieses Naturgartens. In erster Linie soll Lebensraum für viele Tiere geschaffen werden, sei es z.B. durch Totholzbereiche oder eine Benjeshecke, die auch als Zaun zum Nachbargrundstück dient. Auf den Einwand, dass man für solch einen Garten eine Riesenfläche benötigt, schlägt der Referent vor, nur einen Teil des ganzen Gartenspektrums anzulegen, sich vielleicht mit den Gartennachbarn abzusprechen, sodass insgesamt eine Vielfalt an Lebensräumen entsteht und somit sich grüne Inseln bilden können. Und dann gibt es ja noch zahlreiche Sitzmöglichkeiten im Garten um einfach nur zu sitzen und zu schauen und sich an der Idylle dieses kleinen Paradieses zu erfreuen.
Lehners Lucia, unsere Vereinsvorsitzende, bedankte sich am Schluss bei Gunther Seelos und seiner genauso gartenliebenden Ehefrau im Namen aller Anwesenden ganz herzlich für diese fast zweistündige aber herzerfrischende Führung.
P.s.: Wer möchte an unserem Ausflug nach Nördlingen teilnehmen? Noch sind einige Plätze frei.



Text: Pius Preisinger
Bilder: Marlies Preisinger
