Kolumne September 2026

Liebe Gartler und Naturfreunde,

im letzten Jahr habe ich einen Teil meines Gartens neu anlegen lassen. Ein bisschen gepflastert und vor allem 40 cm ausbaggern lassen und diese 40 cm mit neuem Boden auffüllen lassen und zwar vor allem mit Boden aus Laubholzabfällen. Es ist also viel gespeichertes Co2 in diesen „Abfällen“, was für uns grundlegend, absolut bedeutend und lebenserhaltend ist, nicht wie das mittlerweile gängige Märchen des ach so bösen CO2es. Ich sage Euch, es wächst da obersuperprächtig und was das Beste ist, tatatata, auf diesem Boden sind noch keine Schnecken da. Oh, das reimt sich ja. Ein Permakulturgärtner von uns Permis hat dies vor Jahren in einem Vortrag gesagt, dass er bei seinen Kundschaften immer mindestens 40-50 cm Humus einbringt. Er sagt, das ist das A&O der Gartenneugestaltung. Was noch ganz hervorragend funktioniert, sind ganze Baumstämme (Laubholz), gut gewässert, ganz unten hineinzulegen. Denn die speichern das Wasser für Jahrzehnte und geben dann bei einem so trockenen Sommer wie heuer langsam die Feuchtigkeit ab. Ach es ist sooo herrlich, wenn man das Gehörte und Gesehene auch mal umsetzen kann. Deshalb wurmt es mich schon ein bisschen, dass ich vor ein paar Jahren, als ich das erste Stück Garten anlegen ließ, nicht darauf gedrängt habe mehr Humus einzubringen. Anhand dieses Fehlers kann ich aber für Interessierte genau zeigen, auf was sie achten sollten, wenn sie ihren Garten neu anlegen.

Was ich jetzt aber in meinem sogenannten „Saustallgarten“ immer wieder beobachten kann, ist der wunderbare Einzug der Artenvielfalt. Vor ein paar Wochen habe ich eine Eidechse auf meiner Trockenmauer entdeckt. Ich habe mich so sehr gefreut, dass ich in die Hände geklatscht habe. Es zahlt sich eben aus, Sachen liegen zu lassen, Asthaufen von den anfallenden Gartenabfällen für Käfer und anderes Getier aufzubauen. Um Ameisenhaufen, auch wenn es schwer fällt, herumzumähen, Laub unter Hecken zu legen, eine Benjeshecke zu stecken, sämtliche Wildblumen (samt Disteln wachsen zu lassen) uvm. Gerade blicke ich zu den Disteln hinaus, als ich das schreibe, und sehe just in diesem Augenblick zwei Distelfinken, die schon ersten fertigen Samen aus den jetzt unansehnlichen, aber wolligen Kelchen zu picken. Was für eine Freude und Dankbarkeit in meinem Herzen aufgeht, diese kleinen, rot und gelb gefiederten Kerlchen zu sehen und zu wissen, dass ich doch alles richtig gemacht habe.

Nun wieder zurück zu den Eidechsen, es muss wie immer der Lebensraum stimmen. Also müssen Stein- und Asthaufen vorhanden sein um sich darin verstecken zu können. Es muss genug Nahrung da sein, die meist aus Insekten wie Ameisen, Spinnen, Fliegen, Käfern aller Art, aber auch aus Früchten, Blüten und Blättern besteht. Da hält sich das „Un“geziefer dann wie von Zauberhand im Griff. Darum sind wir von den Naturgartenzertifizierern so bedacht darauf, dass eine wilde Ecke im Garten und Plätze da sind, wo Laub usw. liegen gelassen wird. So kann man sich auch das ganze Wegfahren zum Grüncontainer sparen. Ich sage immer, alles bleibt in meinem Garten außer Wurzelunkräuter, aber für die habe ich jetzt auch eine spezielle Verarbeitung gefunden. Alles was ich an Unkräutern nicht zu essen schaffe, wird eben in großen Fässern vergoren und sobald die Fermentation der Queckenwurzeln oder der Gierschsamenstände und aller anderen ungeliebten Grünteile erledigt ist, geradewegs wieder in den Kreislaufgarten zurückgegeben. Also im Interesse sämtlicher kriechenden und fliegenden Tierle auch keine Unkrautvernichter bzw. andere chemische Mittala verwenden. Vergelt´s Gott.

Ich wünsche Euch immerwährende Erkenntnisse der natürlichen Kreislaufwirtschaften und einen herrlichen Herbst.    Eure Lucia

Oh Welt voll Glanz und Sonnenschein, oh rastlos Werden holdes Sein, oh höchsten Reichtums Fülle und dennoch ach vergänglich nur und todgeweiht, und die Natur ist Schmerz in Schönheitshülle. Marie von Ebner- Eschenbach

Eure Lucia

© Fotos sind von Lucia Lehner

Bitte beachten Sie, dass unsere Hinweise und Hilfestellungen die Meinung des jeweiligen Autors wiedergeben. Alle Informationen sind nach bestem Wissen und Gewissen dargestellt. Dennoch übernehmen wir keinerlei Verantwortung dafür, ob Sie unseren Ratschlägen folgen oder nicht!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert