Kolumne zu Garten- und Naturthemen



Bitte beachten Sie, dass unsere Hinweise und Hilfestellungen die Meinung des jeweiligen Autors wiedergeben. Alle Informationen sind nach bestem Wissen und Gewissen dargestellt. Dennoch übernehmen wir keinerlei Verantwortung dafür, ob Sie unseren Ratschlägen folgen oder nicht!


Verzeichnis der Beiträge 2020


01.12.2020 → Bäume im Herbst und Pilzmyzel
05.11.2020 → "In den Pilzen" und Erntedank
28.09.2020 → Beim Bodabiraökonom in Aletshofen-Ettringen
09.08.2020 → Gartler im Sommer
12.07.2020 → Lechauen-Wildbienen-Blumen
11.05.2020 → Infoblatt zu Raupen und Gespinsten
23.04.2020 → Erdrezept für den Coronazeitenselbstversorgergarten
26.03.2020 → Stumpfblättriger Ampfer
26.03.2020 → Erfahrungsberichte über den stumpfblättrigen Ampfer
18.02.2020 → Eichen


Bäume im Herbst und Pilzmyzel
01.12.2020

Autorin: Lucia Lehner

Meine lieben Garten- und Naturfreunde,

Bäume in unseren Wäldern sind miteinander überall auf der Welt vernetzt. Diese Vernetzung findet über das Pilzgeflecht statt. Das Pilzmyzel sehen wir nicht, außer wenn sich die Fruchtkörper desselben, die Pilze, über dem Boden zeigen. Über dieses Pilzgeflecht reden sie miteinander. Ist z.B. die Zucker- oder Wasserversorgung nicht perfekt, dann sendet der Baum, der Mangel hat, über das Pilzgeflecht die Nachricht aus und schon sind alle Umstehenden daran ihm unterirdisch das Lebensnotwendige zukommen zu lassen. Deshalb ist es optimal, wenn verschiedene Bäume miteinander stehen. Z. B. Fichten mit ihren nur sehr oberirdischen Wurzeln mit Tannen oder Buchen, die tiefe Pfahl- bzw. Herzwurzeln haben. An einem nassen Standort setzt man Erlen oder Birken. Zur besseren Nachrichtenübermittlung, sozusagen als schnelleres Internet, setzt man Haseln. Optimalen Schutz eines Waldes- oder Grundstücksrandes bieten Wächterbäume. Geeignet sind dafür Lärchen, die mit ihren tiefen Wurzeln und ihrem biegsamen Stamm, im Wind gebeugt und geschüttelt, den Gewalten trotzen. Dies und vieles mehr habe ich im Februar in dem Agroforstkurs bei Margarete Langerhorst und Dr. Susanne Hofmann-Souki in Oberösterreich gelernt. Agroforst, kurz erklärt, ist eine Mischkultur für Bäume und Sträucher, die so gesetzt werden, dass die jeweiligen Anforderungen erfüllt werden.

Gerne bin ich auch mit Förster Erwin Schmid von der AELF (Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten) Fürstenfeldbruck in unseren Wäldern unterwegs. Unter vielen Kursen war auch vor drei Jahren die Begehung beim Versuchsgarten Grafrath dabei, der heute Welt.Erlebnis.Wald heißt. In diesem Garten erlebt man die Wälder Europas, Amerikas und Asiens. 1881 wurde der Wald angelegt. Was wächst dort alles? Zu den mittlerweile ca. 200 Baumarten gehört der Zuckerahorn, der den Ahornsirup liefert, der Kuchenbaum, bei dem die Blüten wie Lebkuchen riechen. Diese zwei Bäume dazu Eichen-, Kastanien-, Kork-, Nussbäume bieten im Herbst ein einzigartiges Schauspiel, den sogenannten "Indian Summer". Ein farbenprächtiges Feuerwerk aus rot-orange-gelb gefärbtem Laub. Dazwischen Nadelbäume wie Hemlocktannen, Libanonzeder und ein Bergmammutbaum, der noch ein "Baby" ist mit seinen ca. 120 Metern Höhe und fast zwei Metern Durchmesser. Geöffnet von April bis Ende Oktober.

Fasziniert hat mich vor vielen Jahren überdies der enorme Wald auf der Insel Rügen mit seinen überdimensionalen Buchen. Der Buchenwald in Welden, ausgehend von der "Seerose" an der linken Seite der Weiher entlang, erinnert mich immer wieder ein kleines bisschen an Rügen. Gerne gehe ich an einem sonnigen Herbsttag dort spazieren und habe eine kindliche Freude daran, wenn ich die Blätter unter meinen Füßen aufwirbeln kann und es dabei so herrlich raschelt. Schaut mal z.B. eine Linde an, die eine herzförmige Wurzel hat. Wie sieht sie aus? Sieht man da in der Lindenkrone auch dieses Herz nur verkehrt herum, oben zeigt sich die Spitze, unten die zwei Herzbögen. Oder die Ulme, die eines der härtesten Hölzer hat und laut heiliger Hildegard mit Ulmenholz erhitztes Wasser, öfter darin gebadet, einen harten Menschen mit der Zeit ganz weich werden lässt. Und, und, und.

Ihr seht schon ich komme wieder ins Schwärmen angesichts unserer sagenhaften Bäume und ihren unglaublichen Eigenschaften. So mag ich hier an unsere Tanne erinnern, mit ihrem unübertroffenen, vorzüglich harzigen Geruch. Wie jedes Jahr stecke ich die Zweige zahlreich hinter meine Krippe und in sonstige Gefäße. Bis zum 2. Februar an Lichtmess verströmt sie ihren Weihnachtsduft bei mir. Bei dieser Gelegenheit fällt mir Peter Rosseggers herzerwärmende Weihnachtsgeschichte ein, "Als ich Christtagsfreude holen ging". Ich wünsche Euch einen sinnfindenden Advent und ein im wahrsten Sinne, göttliches, flockenreiches Weihnachten mit vielen vorzüglich duftenden, aufgesteckten Zweiglein und Bäumchen.

Eure Lucia


















"In den Pilzen" und Erntedank
05.11.2020

Autorin: Lucia Lehner

Am 19. September hat es wieder eine Exkursion von den Gartenpflegern gegeben, selbstverständlich mit Abstand. Wir haben uns bei sonnigem Wetter in der Frühe bei Ingrid und Rainer Turrina in Asch getroffen. Er hatte im Garten Pilzschaukarten und Pilzbücher ausgelegt, dabei sagte er uns, dass es zur Pilzbestimmung oberwichtig sei, sich in verschiedenen guten Büchern zu informieren. Plötzlich hatte er einen riesigen großen weißen Ball in der Hand, den er uns als Riesenbovist vorstellte und der in Scheiben geschnitten, wie ein Schnitzel gebraten, sehr lecker schmecken soll. Bevor wir aufbrachen, habe ich von Rainer einen alten Bovist geschenkt bekommen, den ich nach der Führung wegen der Sporen überall in meinem Garten in Stücken ausgelegt habe, in der großen Hoffnung in naher Zukunft bei mir solche leckeren, epochalen Pilzbälle zu ernten. Dann haben wir uns aufgemacht und sind Richtung Engratshofen gefahren. Dort angekommen hat er uns bei einem vierstündigen Rundgang mit großer Erfahrung und enormem Fachwissen geführt. Er erklärte, dass erst einmal jeder Pilz als giftig anzusehen sei, solange er roh ist. Bei einigen Pilzen reicht eine kurze Kochzeit und bei manchen Sorten soll sogar lange gekocht werden. Z.B. soll ein Hexenröhrling mindestens 20 Minuten im Topf schmoren. Auch hat er uns empfohlen die Pilze einzufrieren, aber vor allem Steinpilze, Röhrlinge und auch andere essbare zu trocknen, da sie damit noch ein herrlicheres Aroma entfalten. Ich fermentiere sie auch mal gern.

Was ich ja schon als Kind beobachtete, dass Steinpilze gerne in der Nähe von Fliegenpilzen wachsen. Rainer hat uns das nochmal nahe gebracht und uns Fliegenpilze im Ring mit Steinpilzen gezeigt. Maronenröhrlinge, auch Braunkappen genannt, Birkenpilze, Fichtenreizker und, na klar auch giftige, gab es. So gegen Mittag haben wir ein paar Birkenpilze gefunden und mussten erst mal in der Nähe schauen, wo denn die Birke steht, an deren Zehen bzw. Wurzeln der Pilzfruchtkörper wuchs. Da kommt mir wieder in den Sinn, dass ja die Bäume durch das Pilzmyzel miteinander reden und auch der Austausch von Nährstoffen durch das unterirdische Pilzgeflecht gesteuert wird. Da schreibe ich ein anderes Mal darüber. Als weiteres fanden wir viele, viele Parasole auch Schirmpilze genannt. Alle, die dabei waren, haben einen gutgefüllten Korb bzw. eine Stofftasche mit herrlichen Pilzen mit nach Hause genommen. Nachdem ich meine geputzt hatte, konnte ich mir eine schöne Mahlzeit mit Semmelknödeln davon machen. Mmh, das war oberschmackhaft. Ach übrigens hat Rainer uns erzählt, dass schon mal gekochte Pilze gerne aufgewärmt werden können, sofern sie bis dahin gut gekühlt waren.

Nachdem ich letzte Woche eine neue Information über eine angeblich derzeitige nochmalige Pfifferlings- und Steinpilzflut bekommen habe, bin ich am letzten Freitag flugs in den Staatswald auf die Suche gegangen. Gefunden habe ich sehr viele Rotfußröhrlinge, die sonst leicht von Maden befallen werden, aber durch die vergangenen kalten Tage davon weitestgehend verschont geblieben sind. Sie haben einen säuerlichen Geschmack. Am allerbesten aber waren die wunderschönen, herrlich großen, besonders gelben Pfifferlinge, die ich gerne anbrate, mit einem Ei überschlage, mit viel Petersilie vermische und zu einem einfachen Butterbrot mit Genuss verspeise. Aus dem Rest habe ich ein Pfifferlingrahmsüppchen gemacht. Na, läuft Euch schon das Wasser im Mund zusammen?

Nicht nur bei den Pilzen war die Ernte gut, auch die Pflänzchen, Spitz- Wirsing- und Blaukraut(Rotkohl), Broccoli, Randich(Rote Rüben) und vieles mehr, die ich im Frühling angebaut hatte, sind gut bis sehr gut gewachsen. Nur der Hokkaido nicht, da hab ich nur zwei kleine Kügelchen geerntet. Ich hoffe auch bei Euch war die Ernte eine Schau!!! Dem lieben Gott ein herzliches Dankeschön, also Erntedank für alles.

Eure Lucia


Bovist



Birkenpilz



Hexenröhrling



Maronenröhrling



Pfifferlinge



Beim Bodabiraökonom in Aletshofen-Ettringen
28.09.2020

Autorin: Lucia Lehner

Heinz Drott von den Gartenpflegern hat jährlich ein superinteressantes Programm für die Vereinsmitglieder. Unter anderem stand im Juli der Besuch in Aletshofen beim Kartoffelbauern an. Ich muss da unbedingt dabei sein, oberwichtig, fundamental, da ich selbst fünf Sorten anbaue.

Heinz sendete eine E-Mail, dass die Zusammenkunft am soundsovielten dort stattfinden sollte. Ich dachte mir, dass das ja ziemlich kurzfristig sei. So stellte ich für diesen Samstag alle Termine um, so dass ich diesen prächtigen Nachmittag nur ja nicht verpasse. Ich fuhr gehetzt nach Ettringen, war schon spät dran, fahre in den Hof und ... wundere mich, da ich keinen Menschen sehe. Da kommt gemütlich ein Mann aus der Garage und sagt zu mir, was ich denn suchen würde. Ich antwortete, dass ich heute die Führung mitmachen wolle, die von den Gartenpflegern bestellt sei, wo die denn seien. In der Zwischenzeit kamen noch mehr Leute aus dem Haus. Was soll ich sagen, wir alle amüsierten uns sehr, dass ich vier Wochen zu früh dran war. Nichts ist vergebens, so hatte ich für das "richtige Event" wenigstes schon mal die Route abgefahren.

Die Führung fand dann am 18. Juli statt. Es waren fast zwanzig Gartenpfleger da. Mit den empfohlenen Abstandsregeln begaben wir uns auf das Feld. Christian Müller erzählte uns, dass er 150 verschiedene Sorten an Kartoffeln hat. Es seien dieses Jahr um einige weniger, da seine Mutter ihm gesagt hatte, dass sie das nicht mehr mitmachen würde. Er hatte bis 2019 weit mehr als 200 Sorten. Ich kann nicht beschreiben, was ich für eine Hochachtung empfand, zu sehen, wie viele verschiedene Kartoffeln in eine Strange gepflanzt waren, teilweise nur drei, vier Meter einer Kartoffelfamilie. Er teilte uns mit, dass er diese Arbeiten wie z.B. das Einlegen und Klauben, Beschriften und Dokumentieren nicht schaffen würde ohne seine vielen freiwilligen Helfer, die sehr akribisch Schilder stellen und auflisten. Er erzählte uns von Krautfäule und Kartoffelkäfer, vom keimfreien Vorziehen der Erdäpfel und warum der Name "Bamberger Hörnla" nur für die Bamberger Kartoffeln verwendet werden darf, vom richtigen Stärkegehalt, von alten und neuen, blauen und roten Typen.

Als wir genug durch die Strangen getippelt waren, was wirklich sehr anstrengend war, begaben wir uns wieder auf den Weg zum Hof. Das Beste des Nachmittags lag nun vor uns, nämlich das Verkosten der leckeren Knollen. Bei frischer Milch vom Hof seines Bruders kredenzte uns Christian mehrere Sorten, große und längliche, rote und dunkelblaue zum Probieren. Heinz Drott und seine Frau hatten Butter und Salz spendiert um diese vorzügliche Mahlzeit abzurunden. Ich habe wieder mal viel gelernt und mir gleich mehrere Gattungen Saatkartoffeln bestellt, die demnächst abholbereit sein dürften. So werde ich die Fahrt nach Ettringen ein drittes Mal machen und hoffe, dass ich widerstehen kann, no mehr Bodabirasorta hoam zum bringa.

Ich wünsche Euch viele riesige Knollen, insgesamt eine gigantische Ernte.

Eure Lucia


Denklinger Paradieskipferl - Nachfahre der Bamberger Hörnchen



Ditta



Lucie's Rote



Gartler im Sommer
09.08.2020

Autorin: Lucia Lehner

Liebe Gartler im Sommer, wie im Juni versprochen eine kleine Geschichte um eine ca. 40 cm hohe Blume und deren zeitweisen Bewohner. Um welche Blume und welchen Bewohner handelt es sich?

Es geht um den am Lech und an anderen Alpenflüssen wenig angesiedelten Kreuzenzian. Der Kreuzenzian ist der Ernährer der Larve des Kreuzenzianameisenbläulings bis zum vierten Larvenstadium.

Der Kreuzenzianameisenbläuling legt seine Eier an den Knospen des Kreuzenzians ab. Von dort fressen sich die Larven des Bläulings durch die Blüten und den Stängel hinab. Jetzt lassen sich die Larven herausfallen und warten auf eine nach Leckerbissen suchende Knotenameise. Kommt die Ameise vorbei, sieht sie das "lecker Fresschen" freut sie sich gar sehr und schleppt es mit großer Anstrengung in den Ameisenbau. Ihr denkt jetzt sicher, dort wird sie sogleich vertilgt. Nein, sobald die Bläulinglarve sich im Ameisenbau befindet, ahmt sie die Geräusche und den Geruch der Ameisenkönigin nach. So wird sie ab sofort wie eine Königin behandelt und mit den besten Delikatessen aus dem Feinkostladen der Natur die, die Ameisen finden können, gefüttert.

Im Ameisenbau verpuppt sich die Larve auch und bleibt über den Winter unbehelligt dort. Der Bläuling als Schmetterling braucht Magerwiesen die entweder beweidet oder einmal im Jahr gemäht werden. Der Lebensraum muss also absolut stimmen, es muss der Kreuzenzian, die Knotenameise und verschiedene Magerwiesenwildblumen vorhanden sein. Ansonsten gibt es keinen Kreuzenzianameisenbläuling. Hier in unserer einmaligen, wunderschönen bayrisch/schwäbischen Heimat, in der Forchau finden wir so einen geeigneten Platz. Ein traumhaftes Fleckchen Erde mit Kreuzenzianen und Bläulingen, mit Wacholderbäumen und Tausendgüldenkraut und den leider schon verblühten Orchideen.

Laue Nächte zum Draußensitzen, aber im Besonderen für viele Zucchini, dicke Kartoffeln und große Kürbisse wünsch ich Euch.

Eure Lucia


Kreuzenzianameisenbläuling



Lechauen-Wildbienen-Blumen
12.07.2020

Autorin: Lucia Lehner

Die meisten von uns wissen, wo der der Lech entspringt, nämlich in den österreichischen Bergen. Dort wachsen seltene Blumen. Diese wunderbaren Gewächse sind deshalb auch bei uns zu finden, weil sie der Lech als Geschenk mitbringt. Den gesamten Lech entlang gibt es immer wieder auwaldartige Magerrasenflächen im Uferbereich. Aufgrund des kalkhaltigen Lechschotters siedeln dort kalkliebende Pflanzen, sogar seltene Orchideen.

Was wächst nun an diesen Flächen, wie sieht so ein Magerrasen aus und wie gestaltet man die Flächen im Ortsbereich für seltene Wildtiere?

Vor ca. fünf oder sechs Jahren habe ich in Immenstadt einen Kurs gemacht, wie man Flächen für Insekten und Co anlegt.

Da ich immer alles sofort ausprobieren muss, habe ich einen Plan ausgearbeitet und damals Herrn Kiesling vorgestellt. So sind heute gut funktionierende Wildtierflächen in Epfach zu bestaunen. Diese sind den Lechauen nachempfunden. Die ca. 20-40 qm großen Areale waren mit Humus befüllt, mit Büschen und Gras eingewachsen. Der Humus und das Unkraut wurden von Franz Schießl und seinen Männern mit dem Bagger entfernt. Danach wurde nur Bruchkies eingebracht. Auf diesem Kies wachsen heute Natternköpfe, Wundklee, Färberkamille, Wiesenbocksbart, herrliche Nelken und vieles mehr.

Am "Römer" wo man von Denklingen den Berg herunter kommt und in den Ort hereinfährt haben wir vor ein paar Wochen eine neue Fläche angelegt, die mit Kies und mit ein paar Zentimetern keimfreiem Humus befüllt und untergerecht wurde. Danach habe ich den Samen in einen Eimer mit Sand gemischt , mit einer natürlichen "Starthilfe" begossen und ab ging es mit dem Säen. Die Gemeindearbeiter haben danach mit unserer Gartenbauvereinswalze den Boden bzw. den Samen angedrückt. Da einige dieser seltenen Gewächse Lichtkeimer sind, haben wir nicht eingerecht.

Der Samen für diese Verkehrsinsel stammt von der Hurlacher Heide und wir werden sehen, ob die Pflanzen dem Verkehr und dem Wintersalz trotzen.

Die Hurlacher Heide mit ihren einzigartigen Gebirgsschönheiten kann jetzt noch sehr gut besucht und bestaunt werden. Allerdings muss sich an die vorgegebenen Wege gehalten werden.

Auch hier nahe bei Epfach haben wir so einen grandiosen Bereich. Dort wachsen Orchideen, das ganz selten gewordene Tausendgüldenkraut und auch der Kreuzenzian. Das Tausendgüldenkraut ist ein Enziangewächs, von der heiligen Hildegard von Bingen sehr empfohlen und auch Gottesgnadenkraut genannt. Warum ist das ein gutes Heilkraut? Es ist sehr bitter und hilft daher unserer Leber, die diese Bitterstoffe dringend braucht. Es ist klein, auf ganz dünnen Stängelchen und hat rosa Sterne. Einfach wunderschön anzusehen. Ja, jetzt komme ich schon wieder ins Schwärmen. Gerne kann ich Euch dort eine kleine Führung anbieten, natürlich mit den gebotenen Abstandregeln.

Nächstes Mal erzähle ich Euch eine Geschichte von einer ebenfalls dort angesiedelten Blume, die nur der liebe Gott sich so herrlich und mit einem zwinkernden Auge ausdenken kann. Viel schmackhaftes Gemüse und süße Beeren wünsch ich Euch.

Eure Lucia












Infoblatt zu Raupen und Gespinsten
11.05.2020
Hier stellen wir Ihnen ein Infoblatt zu Raupen und Gespinsten im PDF-Format zur Verfügung:

→ Infoblatt Raupen und Gespinste

Erdrezept für den Coronazeitenselbstversorgergarten
23.04.2020

Autorin: Lucia Lehner

Vor 20 Jahren habe ich angefangen den Boden in Mamas Garten in einem Hügelbeet zusammenzufassen. Ich hatte gelesen, dass ein solches Beet hervorragende Erträge bringen soll. Das hat nicht funktioniert, da der Boden „am Ende“ war und ich damals einiges falsch gemacht habe. Was heißt in diesem Fall der Boden war am Ende? Wenn in einem Boden nichts mehr drin ist, was eine Pflanze nährt, dann kann auch aus einem Hügelbeet nichts mehr kommen. Seit ca. 16 Jahren bin ich nun bei der Permakultur dabei. Ich habe mir in vielen Kursen, Gartenbegehungen und zuletzt im Februar bei Margarete Langerhorst in Österreich, angelernt, wie man/ich guten, gesunden, ertragreichen Boden bereiten kann.

Ich habe in den vielen Jahren gelernt, wie man aus zwei einfachen Zutaten, Grünalgenwasser als Superfood für den Boden bereitet. Ich habe gelernt, wie man besten Kompost mit oder ohne tierischen Mist herstellt. Ich habe gelernt, dass Mulchen eines der wunderbarsten Mittel ist, die Bodenlebewesen zu füttern, um damit gutes Wachstum anzuregen. Ich habe gelernt, dass Kohle perfekt Wasser und Nährstoffe speichert und langsam wieder an die Pflanzen abgibt, und vieles mehr.

Was ist aber das herausragende Rezept für den Boden?

Sooo einfach aber soooo wirkungsvoll ist das Erdrezept. Das Erdrezept besteht aus rohen Gemüseabfällen aus Ihrer Küche. Diese Gemüseabfälle mit einem alten aber guten Mixer mixen und sofort an Ort und Stelle zwischen den Gemüsereihen, Blumenbeeten oder auch unter Obstbäumen, in die Erde einarbeiten, und/oder mit dem Gemüsewasser einzelne Pflanzen gießen. So können die kleinen bis kleinsten Bodenlebewesen sofort mit der Umsetzung und Fruchtbarmachung des Bodens anfangen. Beste Erfolge und Erträge auf kleinstem Raum hatte damit der Erfinder dieses einfachen Mittels, Herwig Pommeresche.

Letztes Jahr haben einige Permakulturfreunde an drei Rosenkohlstauden unterschiedliche Versuche gemacht. Sie können es sich schon denken, stimmts? Die Rosenkohlpflanze, die, die Besten Erträge brachte, wurde mit dem Wasser von gemixten Gemüseabfällen gegossen/gefüttert. Die Gemüseabfälle selbstverständlich in anderen Gartenbeeten eingebracht. Nachzulesen im "Nachhaltigen Allgäu" vom Herbst 2019.

Ich bin gerne bereit, vor Ort beratend zu helfen, für ein wunderbares Gelingen für das vor Ihnen liegende Gartenjahr.

Zartgrüne, blütenreiche Frühlingsgrüße
Eure Lucia



Stumpfblättriger Ampfer
26.03.2020

Autorin: Lucia Lehner

Liebe Garten- und Naturfreunde,

Ich kann mich sehr gut erinnern, dass wir als Kinder den Ampfer rausreißen mussten, besonders schlimm war er auf dem Feld Nähe Osteraufkirch am Waldrand entlang. Meine Hände und Finger waren aufgerissen von dieser Arbeit, weil dort sehr, sehr viele Ampfer waren. Das war meine erste Erfahrung mit diesem sogenannten "Hasskraut". Später hat meine Mama und viele andere Bauern den Ampfer mit der Rückenspritze bekämpft.

Als ich dann mit der Permakultur in Berührung kam, lernte ich, dass der Ampfer eine Zeigerpflanze für die Verdichtung eines Bodens ist. Seine Wurzeln gehen weit in die Tiefe und sollen so den Boden brechen. Das war mir aber dann doch auch egal, da ich diese ungeliebte Pflanze einfach nicht mochte. Im letzten Jahr haben wir auf der Obstwiese diese Pflanze rausgerissen bevor sie aussamen konnte, das war bei der Hitze eine schweißtreibende Arbeit.

Wie so oft in meinem Leben bin ich über ein Gewächs das ich nicht mochte eines Besseren belehrt worden und musste letzten Herbst meine Ansicht auch beim Ampfer komplett ändern.

Die Blätter des Stumpfblättrigen Ampfers sollen wunderbar helfen bei Gicht, Rheuma, Zahngeschwüren und sonstigen Schwellungen. Aber natürlich nur äußerlich angewendet, da er innerlich giftig wirkt.

Letzte Woche habe ich auf der Obstwiese ganz schnell die jungen Blätter vom Ampfer geholt, als eine Freundin von mir einen Zahn gezogen bekam und danach eine heftige Entzündung entstanden war. Gerne können Sie sich auf der → Homepage von Dietlinde von Neuhaus, einer lieben Bekannten von mir, eingehender über dieses "Kräutlein" informieren.

So bewahrheitet sich für mich doch auch immer wieder, der liebe Gott hat für alles ein Kraut wachsen lassen.

Bleibt gesund und bis bald
Eure Lucia



Erfahrungsberichte über den stumpfblättrigen Ampfer
26.03.2020

Autorin: Dietlinde von Neuhaus

Meine erste Erfahrung mit der "Ochsenzunge" machte ich 1961. Nach einem Zahnzug heilte die Wunde nicht. Es entwickelte sich eine fürchterliche Nervenentzündung. Was die Ärzte auch versuchten, nichts half. Eine Bewohnerin eines nahen Altenheims suchte mich auf und fragte ganz vorsichtig, ob ich einmal die grünen Blätter "auf die schmerzgeplagte Backe" legen wolle - versteckt unter Watte und Kopftuch. Sie hätte als Bauersfrau im Allgäu damit alle Wunden geheilt. Ich griff natürlich zu. Kaum waren die Blätter aufgelegt, spürte ich schon Schmerzlinderung. Die eiternde Wunde begann innerhalb von Stunden zu heilen und bald waren alle Beschwerden wie weggeblasen. So gilt mein Rat: vor jedem Zahnzug einen Packen frischer Ampferblätter in einem Gefrier-Plastikbeutel im Kühlschrank bereit zu halten. Gleich nach dem Zahnarztbesuch werden ca. 5 Blätter auf die betroffene Wange gelegt, um den Heilungsprozeß einzuleiten. Die Blätter werden ausgewechselt, wenn sie welk geworden sind. Ganz wichtig ist es, die Blattauflagen wenigstens über Nacht drei Tage lang zu wiederholen, denn erfahrungsgemäß ist der dritte Tag nach jeder Operation ein Krisentag. Bei frischen Schnittwunden verfährt man ebenso.

Während eines Urlaubs spazierte ich am Dorfrand über einen Feldweg nahe einer Neubausiedlung. Aus einer Gruppe spielender Kinder löste sich ein kleiner Junge, nahm mich an der Hand, zog mich in Richtung eines Hauses und sagte immer wieder mit angstvollem Gesicht: "Mama!!"

Zögernd folgte ich ihm ins Haus und machte mich durch Rufen bemerkbar. Eine junge Frau kam bleich, ein Tuch vor den Mund haltend, vom Obergeschoß die Treppe herunter. Sie erklärte mit schwacher Stimme, ihr sei vor ein paar Stunden unter großen Komplikationen ein Weisheitszahn herausoperiert worden. Der Kleine habe wohl Blut gesehen.

Mir schoss es durch den Kopf: "Ochsenzunge".

Ich schlug vor, den Buben ein Stück ins Feld mitzunehmen, um ein paar Blätter zu pflücken, die sich die Frau mit einem Tuch auf die angeschwollene Backe legen könne. Gesagt, getan. – Die Oma tauchte dann auf, ich übergab die Blätter mit dem Rat, sie zu wechseln, wenn sie welk geworden seien, sie würden ganz bestimmt gut tun.

Am anderen Morgen rief mich unsere Vermieterin mit der Frage auf den Hof, ob ich "die Frau mit den Kräutern" sei. Ich sah neben der Bäuerin eine junge Frau mit Kind stehen. "Klick, klick, klick" machte es in meinem Kopf. "Ja, tatsächlich, die bin ich." Ich hatte den Jungen wieder erkannt.

Die Patientin vom Vortag strahlte mich an, reichte mir eine Schachtel "Merci" und erzählte, daß sie und der Zahnarzt es noch gar nicht fassen können, die zerfetzte Operationswunde heile und bereite keinerlei Schmerzen mehr. Sie könne entgegen der Voraussage des Zahnarztes, sie müsse mit 8 Tagen Pause rechnen, morgen schon wieder unterrichten. Sie sei Lehrerin.

Der ca. 2 1/2 Jahre alte Junge erkannte mich nicht mehr.



Eichen
18.02.2020

Autorin: Lucia Lehner

STIELEICHE =
Einheimische Eiche


Heute stelle ich Ihnen die einheimische Eiche vor.

Die deutsche Eiche ist ein absolutes Antioxidativ und damit ein Superfood unter den heimischen Bäumen. Es ist egal, was wir von der Eiche nehmen, es wirkt sehr Radikalenreduzierend.

Radikale sind immer Sauerstoffmangelverbindungen. Alles von der Eiche ist zum Steigern der Energie hervorragend. Studien darüber gibt es vor allen Dingen aus dem Holz des Baumes. Aber alles von der Eiche ist wunderbar, im Besonderen die Blätter.

In Hungerszeiten hat man sich wieder an die guten Sättigungseigenschaften der Eiche erinnert und so einige Menschen über diese schlimme Zeit gebracht.

Das Wässern der Eicheln ist bei unserer Eiche unbedingt notwendig um die Bitterstoffe aus den Früchten zu entfernen.

Mit dem Mehl aus diesen Eicheln ersetze ich Teile von Teigen oder gebe es zu Kartoffelpuffern, Pizza und auch zu Soßen.