Kolumne zu Garten- und Naturthemen


Bitte beachten Sie, dass unsere Hinweise und Hilfestellungen die Meinung des jeweiligen Autors wiedergeben. Alle Informationen sind nach bestem Wissen und Gewissen dargestellt. Dennoch übernehmen wir keinerlei Verantwortung dafür, ob Sie unseren Ratschlägen folgen oder nicht!


Verzeichnis der Beiträge 2021


27.11.2021 → Ohne Moos nix los
05.11.2021 → Vitamine und andere Wichtigkeiten
01.10.2021 → Winterdecke
01.09.2021 → Vogelfreuden
01.07.2021 → Ein Viertelstündchen am Teich
03.06.2021 → Die Welt aus der Sicht der Glühwürmchen
03.05.2021 → Alles neu macht der Mai
01.04.2021 → Ostern 2021
02.03.2021 → Schnorcheln
03.02.2021 → Winterfreuden
17.01.2021 → St. Michael


Ohne Moos nix los
27.11.2021

Autorin: Lucia Lehner

Meine liebe Garten- und Naturfreunde,

ohne Moos nix los. Was wäre ein Osternest und viele vom Gärtner geschaffene Gesteckschönheiten, vor allen Dingen aber, was wäre ein Krippele ohne Moos?

Moos wächst im Wald, manchmal leider auch zwischen dem Rasen, auf Friedhofsteinen, an Bäumen und Mauern. Moos ist allgegenwärtig auf und unter der Erde.

Was ist das nun eigentlich für ein Gewächs? In Deutschland gibt es ca. 1100 Moosarten, einige davon sind schon ausgestorben und nochmal ca. 30 stehen auf der roten Liste. Moos soll der Alge ähnlich sein und ist angeblich vom Wasser an Land gewandert. Eine Art ist das isländische Moos, sehr bekannt als Heilmoos. Es wird verwendet gegen Husten, Heiserkeit, Stimmbänderüberlastung, in der Apotheke ist es als Lutschbonbon verarbeitet erhältlich. Moos soll Akne verbessern und überdies gegen Appetitlosigkeit helfen. Ich habe auf einer meiner Wald-, Feld- und Wiesenreisen auch mal eines gefunden und habe es eingeweicht und nach ein paar Stunden mit Genuss verspeist. Einen Büschel davon habe ich ein paar Jahre aufgehoben und es war immer noch sehr fein. Da glaub ich möglicherweise, dass es von den Algen abstammt, es hat jedenfalls sehr gemundet. Alles Moos ist ein Heilkraut, man hat es in alten Zeiten auf Wunden gelegt, auch hat man es als Windeln verwendet. Moos ist aber vor allen Dingen ein super Wasserspeicher, so kann es auch ausgedrückt und als Trinkwasser benutzt werden. Wobei immer noch Vorsicht geboten ist wegen der Tschernobylverstrahlung. In den Moosen soll auch das Vitamin P enthalten sein, das das Vitamin C wunderbar nutzen, sogar steigern kann und so für Haut und Blutgefäße ein Jungbrunnen sei. In der Volksheilkunde soll auch Torfmoos mit seiner heilenden Wirkung bei Ekzemen, Ausschlägen und Verbrennungen helfen. Himmlisch ist es auch mal an einem heißen Sommertag, auf so einem weichen Moosbett ausgestreckt, ein Stündchen zu schlafen. Am allerliebsten ist mir das Moos aber im Krippele, das meine Schäfle und Hirten hält, so dass sie bei manchem ungewollten Stoß nicht umfallen können.

Für so manchen "alten" Gärtner ist das "Abmoosen" noch ein Begriff. Um einen grünen Zweig, z.B. der Johannisbeere, ein Stück Moos gewickelt, ab und zu mit Wasser gegossen, so dass es halt nicht austrocknet, befördert die Wurzel- und verhindert Fäulnisbildung. Moos ist wie manches "Unkraut" eine Zeigerpflanze, z.B. für die Übersäuerung des Bodens, was sehr oft im Wald der Fall ist. Ebenso als Schadstoffanzeiger, wie für Schwermetalle oder Schwefel.

Zu Weihnachten möchte ich nun gern denen danken, die mir für die Kolumne schon zahlreich herrlich-liebevolle Rückmeldungen gaben, die mich immer wieder zum Schreiben anregen. Gern möchte ich euch dafür ein paar Komplimentsprechblasen schenken:



Ich wünsche Euch das schönste Weihnachten, das Ihr jemals hattet, und ein gesundes, liebevolles Jahr 2022.

Eure Lucia









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Vitamine und andere Wichtigkeiten
05.11.2021

Autorin: Lucia Lehner

Meine liebe Garten- und Naturfreunde,

mehr und mehr wird es wieder wichtig sich in Kräuterfragen auszukennen. Es sieht so aus, dass wir unrosigen Zeiten entgegengehen. Deshalb möchte ich Euch gerne ein paar wichtige Pflanzen vorstellen, die zur Vitamin-C Versorgung im Winter, eigentlich das ganze Jahr, von wichtiger Bedeutung sind. Einheimische Kräuter und Gehölze sind wunderbar nachhaltig, müssen nicht von weit hertransportiert werden. Wir gehen zum nächsten Baum, Strauch oder Kräutchen und nehmen uns soviel, wie wir brauchen. Der Tagesbedarf an Vitamin C liegt für Frauen bei ca. 70 mg und für Männer bei ca. 90 mg. Haben wir zusätzlich genug Magnesium, können wir das Vitamin C sehr gut aufnehmen. Magnesiummangel soll mit getrockneten Aprikosen, Schafgarbe, Brennnessel, Salbei, Bohnenkraut, Kürbiskernen und, welch ein Lichtblick, auch mit dunkler 70%-iger Schokolade sehr gut ausgeglichen werden können. Schafgarbe, Vogelmiere, getrocknete und vermahlene Eierschalen und wieder die Brennnessel steigern wohl den Kalziumhaushalt. Auch das bedeutende Kalium finden wir in unserem hier in großer Zahl ansässigen Kletten-Labkraut, den Blättern der schwarzen Johannisbeere und wieder der Vogelmiere.

Wo ist nun das gewichtige Vitamin C enthalten? Das finden wir im schwarzen Holunder 60 mg pro 100 g, der Petersilie 190 mg, dem Sanddorn 900 mg, der schwarzen Johannisbeere 200 mg, der Vogelbeere (Eberesche) und unserer herrlich roten, eindrucksvollen, unglaublichen Hagebutte mit 1200 bis 2000 mg pro 100 g. Ist das nicht supi? Hagebutte und Sanddorn haben deshalb auch den eindrucksvollen Namen "Zitrone des Nordens". Bei Nachfrage kann ich Euch einen Novembervitaminkräuterrundgang bieten.

Das mit, absolut maßgebliche Vitamin D finden wir in Avocados. Diese sind leider nicht von hier. Ebenfalls finden wir das Vitamin D in wildwachsenden Pilzen, wie dem Steinpilz. Leider habe ich in diesem Jahr keinen einzigen Steinpilz gefunden. Vor ein paar Wochen war ich im Wald und sammelte mit einem großen Eimer, dem von vielen Menschen irrtümlicherweise ungeliebten Springkraut, den wertvollen, nussig-aromatischen Samen ab. Plötzlich sah ich eine Flinte herausragen aus einem Hochstand. Nach meinem ersten Schrecken plauderte ich mit dem Jäger, der dort ansaß, und sprach über meine kümmerlichen Steinpilzfunde in dieser Saison. Er sagte mir, dass er an seinen doch sehr zahlreichen Plätzen nur zwei Steinpilze gefunden habe. Also ging es nicht nur mir so jämmerlich, sondern auch einem, der ja ständig im Wald seine Zeit verbringt. So gab ich sofort meine Steinpilzsuche auf und fügte mich in mein unvermeidliches diesjähriges Pilzschicksal. Ich habe dann doch noch einige wunderschöne Pfifferlingexemplare in meiner Pfanne brutzeln dürfen.

Auch möchte ich Euch noch von meinem "Saustall" erzählen. Ihr kennt sicher alle den Zitronenfalter? Bei den ersten Sonnenstrahlen im Frühjahr schwebt er durch die Gärten. Man wundert sich, "wo kommt denn der jetzt schon her". Dieser gelbe, liebliche, schwungvolle Falter ist das Männchen. Die Weibchen sind weiß und man kann sie mit dem Kohlweißling verwechseln. Also die Zitronenfalter heften sich an Stängel, erstarren dort in der Winterkälte, tauen im Frühjahr wieder auf und fliegen bis zur Hochzeit und der Verpuppung munter weiter. Was hat das nun mit meinem "Saustall" zu tun? Ja, ich muss halt viele Stauden, die meinem Ordnungswesen entgegenstehen, einfach da lassen, um zu gewährleisten, dass dort, oft vielleicht meinem Auge verborgen, ein Zitronenfalter festmacht um auf den ersten Frühlingssonnenstrahlkitzel zu warten. Warum gefrieren die nicht und fallen einfach im Frühjahr tot vom Stängel? Sie ersetzen einen Teil ihrer Körperflüssigkeit durch eine Mischung aus Eiweiß, Salzen und Glykol. Außerdem können sie den Blutzuckergehalt erhöhen und überstehen sogar tiefe Minusgrade. So möchte ich Euch nochmal im Namen der vielen, einen "Saustall" benötigenden Schmetterlinge, Puppen und Insekten bitten, ihnen diesen zu bieten.

Vielen lieben Dank an Euch dafür. Ich wünsche Euch warmkuschlige Novembertage.

Eure Lucia


Winterdecke
01.10.2021

Autorin: Lucia Lehner

Meine liebe Garten- und Naturfreunde,

gerne möchte ich mit Euch noch einmal den Gedanken ins Auge fassen, viel Laub und Heu auf Euren Beeten liegen zu lassen, um allen Bodenhelfern, im Besonderen den Regenwürmern eine üppige Wintermahlzeit zu ermöglichen. Sie danken es Euch damit, dass unter dem ganzen "Teppich" auch ganz wenig Unkraut sprießt und Ihr vor allem einen wunderbaren Boden bekommt.

In den Wildblumengemeindebeeten für die Wildbienen sieht es jetzt schon sehr verblüht aus. Der Schein trügt. Ja sicher, es ist fast nichts mehr da, aber hinter bzw. in den fast dürren Stauden verbergen sich die Schönheiten des nächsten Sommers. Die stakeligen Dolden der wilden Möhre lasse ich unter anderem den ganzen Winter stehen. Wenn es nämlich Frost gibt, geben sie ein wunderschönes von Eisblumen bedecktes Bild in den Morgenstunden ab. Aber noch herrlicher ist, dass an den wilden Möhren die Puppen des Schwalbenschwanzes überwintern. Ebenso lieben sie auch Dill und verpuppen sich auch gern an diesem. Gleichfalls sind Pastinaken, Karotte und Fenchel, die zum Aussamen auswachsen dürfen, Leckerbissen und "Puppenstube" für die Raupen des Schwalbenschwanzes. Der Schwalbenschwanz als Schmetterling liebt Rotklee, Phlox und Löwenzahn. Vielleicht habt auch Ihr die eine oder andere der von mir beschriebenen Pflanzen in Euren Gärten. So möchte ich Euch gern als Verbündete gewinnen und lege Euch damit die eventuell an Euren Doldenblütlern hängenden Babyschwalbenschwänze ans "wilde" Herz.

Ich wünsche Euch goldene Oktobergärten.

Eure Lucia









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Vogelfreuden
01.09.2021

Autorin: Lucia Lehner

Liebe Garten- und Naturfreunde,

Mitte Mai streifte ich so durch meinen Garten und ermittelte bei meinen Bäumen und Sträuchern und allen anderen Gewächsen die Winterschäden. Ein Strauch fiel mir ganz besonders ins Auge, da er richtig erfroren aussah. Ich schaute auch in die Mitte von dem Schmetterlingsflieder und es war klar, alle zwei bis drei Meter langen Zweige absolut kaputt. Der Winter hatte ganze Arbeit geleistet. Aber was war das auf einem dünnen abgebrochenen Ast, der in meiner Augenhöhe herausragte? Da stak aufgespießt eine ausgewachsene Feldgrille, so ca. sechs Zentimeter lang. Ich stand davor und dachte mir, wer macht denn so was und schüttelte den Kopf. Das Kopfkino schaltete aber sofort ganz gruselige Szenen vor mein Auge. Irgendwann vergaß ich dann dieses Bild in meinem Inneren.

Am letzten Wochenende im Juni fuhr ich zu einem Zertifizierungskurs für Blühbotschafter nach Sulzberg ins Allgäu. Dort lernt Mann und Frau, wie auf verschiedene Arten Blühflächen in Gemeinden, für große Geschäftsflächen und auch für private Gärten anlegt werden können. Wissbegierig hörte ich zu, welche Wildblumen welche Insekten ernähren. Ein Beispiel: Der Natternkopf mit seinen lila Blüten zieht viele Wildbienen und Insekten an. Diese ca. eineinhalb Zentimeter große Wildbiene kann nur überleben, wenn der Natternkopf vorhanden ist. Das ist die Natternkopfmauerbiene. Erstmal, der Natternkopf verdankt seinen Namen dem Umstand, dass seine Staubblätter aussehen wie die gespaltene Zunge einer Schlange bzw. einer Natter. Die Natternkopfmauerbiene ist eine Bauchsammlerbiene, der Pollen hängt somit am Bauch. Vor allem saugt sie viel von dem herrlichen Nektar heraus. Sie muss aber den rausgezuzelten Saft unbedingt eindicken. Deshalb lässt sie sich auf einem heißen Stein nieder und kocht den Saft wie Marmelade ein. Dazu würgt sie immer wieder den Saft in den Mundraum und verdampft das Wasser im Nektar durch die Hitze des Steines. Das dauert schon einige Zeit. Ich hab mal eine ganze Weile zugeschaut und die sitzen wirklich lange. Das nur am Rande. Weiter im Text, so haben wir angehenden Blühbotschafter von Insekten gesprochen und wie wichtig sie für die Vogelwelt sind. Das leuchtet ein, wenn ein Vogelpärchen wenig zu fressen findet, kann es halt statt vier Kleine, nur zwei oder einen aufziehen. Der Dozent stellte uns nun einige einheimische Vögel vor und eben auch diesen einen, kleinen, unscheinbaren, Neuntöter genannt. Ich saß mal wieder mit offenem Mund und staunte, erstens wie der Vogel sich seine Beute sichert und vor allem, als ich begriff, den habe ich, ich habe den in meinem Garten. Booah!!! Es gibt von vier Würgerarten nur noch diesen einen und das ist der Neuntöter. Der Neuntöter fängt sich sein Fresschen und spießt es erstmal auf, früher glaubte man, dass wenn er neun aufgespießt hat, er dann anfängt sein Raubgut zu verspeisen. Ob er nun neun oder drei Beutetiere aufspießt, ist mir einerlei, wichtig ist, dass er da ist. Dieser Neuntöter war der Vogel des Jahres 2020, da er kaum noch zu finden ist. Meine lieben Garten- und Naturfreunde, freut Euch mit mir, dass wir diesen Vogel bei uns in der Gemeinde haben.

Ich wünsche Euch naturnahe Sinne und einen gigantisch, kolossal, bespiellos schönen September.

Eure Lucia


Natternkopf



Neuntöterweibchen



Neuntötermännchen


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Ein Viertelstündchen am Teich
01.07.2021

Autorin: Lucia Lehner

Meine lieben Garten- und Naturfreunde,

vor ein paar Tagen saß ich in aller Stille auf dem Steg, der über meinen Teich führt. Wie bei Frau Holle rief die Arbeit, "mach mich, willst du die Pechmarie sein". Ich sagte vor mich hin, ja, ja, ich komm bald.

So saß ich da an diesem überaus heißen, anstrengenden Tag und beobachtete die Tiere in meinem Teich. Die Kaulquappen, die Bergmolche, Wasserläufer und auch die Bienen und andern Insekten. Eine Hornisse, die regungslos im Wasser schwamm, fiel mir beim Beobachten der Flugkünstler immer wieder ins Auge. Ich erblickte Insekten, Bienen und Hornissen erst über das Wasser einen oder mehrere Kreise ziehen um dann ganz schnell ins Wasser zu tauchen. Diese Wasserträgerinsekten, die im Staat leben, müssen für ihre lieben Mitinsekten gerade bei dieser Hitze Wasser holen. Das machen sie, wie wenn sie Eimerchen dabei hätten um sich wie ein lebensmüder Bruchpilot ins Wasser zu stürzen, dann aber meistens sofort aufgetankt wieder in Richtung ihres Stockes oder Nestes fliegen. Durch das Umhersehen fiel mir immer wieder auch die vermeintlich tote Hornisse ins Auge. Plötzlich sah ich, dass sie ein Füßlein bewegte. Oha, hoppala, die scheint noch zu leben. Ich sprang von meinem herrlich bequemen Sitz auf und holte ein Holzbrettle, fischte sie heraus und ließ sie in meiner Augenhöhe auf eine Mädesüßknospe klettern. Ich hatte den Eindruck, als wenn sie gerade mal so durchschnaufte und überlegen musste: "Huch, dankeschön, nochmal davongekommen". Dann fing sie an, ihr Gesicht mit diesen überdimensionalen Augen zu putzen und ihre Beinchen zu streicheln. Ich hatte und habe bis jetzt ein glückliches Gefühl, dieser überaus bedrohten, wirklich wichtigen Tierart eine Wasserträgerhornisse gerettet zu haben. Bei einem Vortrag im Juni 2018 im Landratsamt Landsberg von Dr. Billig habe ich mich wieder mal verliebt. In was habe ich mich da verliebt? Ja, richtig geraten, in die Hornissen und was kam genau in diesem Jahr zu mir? Ich sichtete die ersten Hornissen auf meinem Ländle. Sie stehen unter Naturschutz und vertilgen Schädlinge in großer Zahl. Da ich letztes Jahr bei mir nur drei Kartoffelkäfer fand, ist es durchaus möglich, dass die Hornissen diese fressen. Vielleicht ist die Ansiedelung der Hornisse eine Möglichkeit, dieser doch sehr erheblichen Plage zu Leibe zu rücken. Ich muss das weiter beobachten.

Jetzt gerade, als ich das unter dem Schatten meiner wunderbaren Trauerweide schreibe, hüpft vom Hang herunter direkt an mir vorbei ein rotfelliges Eichhörnchen. Ich liebe es immer noch mehr, dieses kleine, Paradies, wo sich in den zehn Jahren, da ich es habe, durch meine permakulturistische Arbeit soviel Natur von selbst eingestellt hat, wie es hier nur möglich ist. Es sind Bodenbrüter da, in diesem Jahr haben sich auch einige Amselfamilien eingestellt. Blindschleichen, Bergmolche, verschiedene Kröten, Hermelin mit Familie usw. usf. In jedem weiteren Jahr stelle ich wieder fest, dass hier seltene vom Aussterben bedrohte Schmetterlinge sind, die ich vor ein paar Jahren bei einer Begehung mit Herrn Däubler von der unteren Naturschutzbehörde in der Hurlacher Heide flattern sah. Durch das Stehenlassen und dadurch das Aussamen vieler Wildblumen, wie Glockenblume, Witwenblume, wilde Möhre, Mohn und vor allen Dingen der Brennnessel, vermehren sich Wildbienen und Schmetterlinge ganz großartig. Übrigens, wenn Ihr Eimer, Gießkannen oder Tonnen mit Wasser offen stehen lasst, tut doch einfach ein, zwei Zweige oder ein Holzbrettle mit hinein, dass die beim Wasserfassen bruchgelandeten Insektlein wieder herauskrabbeln können. Vergelt's Gott!

Ein überaus herzliches Dankeschön möchte ich meinen ganz wunderbaren Vorstandsmitgliedern sagen, die mir jeder auf seine/ihre besondere Weise eine große Hilfe sind bei meiner Tätigkeit als Vorsitzende und ohne die dieses Amt nicht möglich wäre. Es zeigt sich in unserem menschlichen Miteinander immer wieder, dass wir die "anderen" brauchen, eben vom lieben Gott auch so angelegt sind, miteinander zu reden und gerade deshalb Lösungen finden, die einem alleine gar nicht einfallen. Ich wünsche Euch wachstumsreich-sonnigglücklich-herrlich duftende Sommerwochen.

Eure Lucia













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Die Welt aus der Sicht der Glühwürmchen
03.06.2021

Autorin: Lucia Lehner

Liebe Garten und Naturfreunde,

Ich bin verliebt, bin sooo verliebt, weiß nicht, wie es geschah ...
Die Welt aus der Sicht eines Glühwürmchenmannes:

Ich nachts in den Lüften schwirr und schau, nach meiner lieben Glühwürmchenfrau
Der Mond scheint hell sein fahles Licht, ich werd vor Liebe ganz verrückt.
Gern würd ich sie sehn meine liebe Braut, aber die Menschen in diesen Gärten haben mit ihren
vielen mondkalten Lichtern unseren Hochzeitstanz verbaut.
Wenn Eure Lichter warmweiß wärn, könnt ich meinen Liebling sehn,
Kann sein, meine Zeit läuft vorher ab hier auf Erden, wenn ich meiner Liebsten heut nicht habhaft
kann werden.
Die Lichter im Garten von Euch Menschen sind eine Pein, für alle Insekten nicht nur für uns
Glühwürmlein.
So müssen von uns enden in den Lichtkegeln gar viel, Tausende Insektenleben in einer Nacht sind
der Laterne ihr Ziel.

Aus Sicht einer Glühwürmchenfrau:

Oh, Liebster wo bist Du, ich such Dich und wart, uns Insekten wird bald nichts mehr erspart,
unsere Lichter gehen aus, weil die Lampen in den Gärten so silbrighell scheinen, wir und die übrige
Insektenwelt weinen.
Ich geh ein Stück weiter am Boden in die Nacht hinein, oh jetzt sieht er mich, da kommt mein
Geliebter, danke lieber Gott ich bin nicht mehr allein.
Weg ist das Herzeweh, glücklich, dass ich dich, meinen Bräutigam, bei mir hier auf dem Boden hell
erleuchtet seh.
Flugs Schatz, befruchte unsere 200 Eierkinderleinschar, die fressen sich dann durch die
Menschengartenschneckenflut die nächsten drei Jahr,
so braucht Ihr nicht mehr ziehen wegen der Schnecken eine Flunsch, ist Sonnenklar, jetzt kommt
unser einziger Wunsch:
Lasst Eure Lampen aus, nicht nur in den Mittsommernächten sondern die ganze Nachtzeit, im
Voraus unsern Dank Eure Leuchtkäfermaid.

Alles, was sich reimt, ist gut, sagt der Pumuckel Zwinckersmiley

Herzlichst Eure Lucia









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Alles neu macht der Mai
03.05.2021

Autorin: Lucia Lehner

Meine lieben Garten und Naturfreunde,

wenn Dein Fuß auf sieben Gänseblümchen treten kann, dann ist es Frühling, sagt ein Sprichwort. Sobald die ersten Blättchen sprießen, hole ich mir Wildkräuter und schiebe diese meistens an Ort und Stelle in den Mund. Ich liebe Gänseblümchen, auch weil sie besonders gut für die Haut sein sollen. Im Moment esse ich mit Freude Stiele und Blüten des Löwenzahns. Überdimensional gern esse ich die Löwenzahnblätter, weil sie für meine Leber wunderbar sind. Löwenzahnblüten trockne ich für einen Tee im Winter. Die Blüten vom vorigen Jahr riechen bis heute - ich habe noch ein paar im Bügelglas - wie Honig. Ein Genuss, auch für das Näschen. Trocknen soll man Blüten bzw. alle Kräuter möglichst im Dunkeln. Bitte die Löwenzahnblüten nicht in den Trockenapparat geben, weil Ihr sonst Löwenzahnblütenfallschirmchen bekommt. Gerne mache ich mir eine herrliche Wildkräuterquiche: Mürbteig; 100g Butter, 1 Ei, 200 g Mehl, Prise Salz, Prise Muskat ein halber Teel. Backpulver, zusammen kneten, kalt stellen. Nach einer halben Stunde ausrollen, in die Form geben einen Rand hochziehen. Unterdessen der Teig im Kühlschrank steht, mache ich die Füllung: 100 g Geräuchertes kleinschneiden mit einer halben Zwiebel andünsten, abkühlen lassen, mit 2 Becher Schmand, 100 g ger. Käse, 1 Ei, 1 Essl. Kartoffelmehl, Salz und Pfeffer gut vermischen und ca. 120 g Giersch, Brennnesseln und auch ein wenig Bärlauch kleingeschnitten daruntermischen. Masse auf dem Boden verteilen und ca. 40 Minuten im Backofen bei 170° backen. Sooo lecker, mmmh feini.

Vor ca. fünf Jahren, an meinem ersten Vortrag von Dr. Fleischmann dem Wildbienenexperten, gehört eine große Ecke in meinem Herzen den Wildbienen. Deshalb muss ich Euch unbedingt von der Schneckenhausmauerbiene erzählen. Diese Biene trägt in Schneckenhäuschen, bevorzugt in Kleine, Pollen und Nektar ein. Davor legt sie ein Ei. Danach trägt sie Steinchen in das Häuschen und verklebt das Ganze mit einem Mörtel aus zerkauten Blattstückchen und Erde. Andere Mauerbienen wären hier fertig. Die Schneckenhausmauerbiene dreht aber jetzt das Häuschen so herum, dass keine Nässe mehr eindringen kann. Ist sie jetzt fertig? Nein, sobald diese Arbeit erledigt ist, sucht sie Föhrennadeln oder Heu und legt diese einmal längs, quer und ineinander über das Häusle, wenn dann einige Schichten über dem Häuschen zu ihrer Zufriedenheit daliegen, sucht sie sich das nächste Schneckenhaus. Nun geht das Ganze von vorne los, aber Achtung, jedesmal wenn sie ausfliegt um ein neues Häuschen zu füllen, kontrolliert sie zuerst die schon fertigen. Wenn nur ein einziges Heustängele oder eine Föhrennadel anders daliegt als sie diese zuvor hingelegt hatte, wird erst alles wieder genauso gerichtet. Eine supergenaue, langwierige Arbeit ist das, deshalb legt eine Schneckenhausmauerbiene nur fünf bis sieben Eier in ihrem Leben. Da das Gelege so gut getarnt und versteckt wird, haben die Bienen eine sehr große Überlebenschance. Wenn Ihr einen solchen Nadel bzw. Heuhaufen in Eurem Garten entdeckt, dann lasst ihn liegen, darunter könnte gerade ein Babyschneckenhausmauerbienchen wachsen. Liebe Kinder sammelt doch mal so kleine Häusle und legt sie in Steingärten oder andere ruhige Ecken. Vielleicht findet eine solche Biene in Euren Garten. Habt Ihr noch verschiedene Wildblumen, bzw. eine Blumenwiese im Eurem Garten, wo sie Pollen und Nektar finden kann, habt ihr schon gewonnen. Wildbienen bestäuben übrigens ausgezeichnet.

Schnorchelfortsetzung: "Was tummelt sich denn da? Oh, da müssen wir mit der Lupentaucherbrille schauen. Habt Ihr sie alle auf? Schaut mal da rechts von uns." "Hallo Herr und Frau Springschwanz, was ist ihr Beruf?" frage ich. "Wir zersetzen und zerkleinern nochmal, was schon die Würmer und Asseln vorgekaut und verdaut haben und wir essen Aas. Wie ihr seht, sind wir einen bis zwei Millimeter groß und machen kleine Gänge. Und, Ihr wisst ja schon, dass wir Tierchen in der Erde da sind um Gänge zu machen und weshalb, stimmts?" "Oje", rufen sie gehetzt, "jetzt müssen wir ganz schnell davonspringen, da kommt ein Pseudoskorpion, der hat uns zum Fressen gern, nichts wie weg, tschüss und hoffentlich Auf Wiedersehn!" rufen sie und springen davon. Fortsetzung folgt.

Einen herrlichen Marienmaimonat mit vielen Bienen und Bodenhelferlein wünsch ich Euch.

Eure Lucia











Quellenangabe für die Fotos zu diesem Artikel:
- von der Autorin und von pixabay


Ostern 2021
01.04.2021

Autorin: Lucia Lehner

Liebe Garten- und Naturfreunde,

als es Ende Februar- Anfang März so schön sonnig und warm war, hat es mich in den Fingern gejuckt, endlich die abgestorbenen Stängel abzuschneiden. Sooo eine Lust hatte ich dazu und musste mich mit großer Anstrengung zurückhalten. Warum habe ich mich so sehr zurückgehalten die Stängel zu rasieren? Verschiedene Wildbienen und andere Nützlingsinsekten legen ihre Eier in abgebrochenen oder weit oben extra im Herbst abgeschnittenen, markhaltigen Stängeln ab. Z.B. Brom-Himbeere, Disteln, Beifuß usw. Dort wachsen die Larven über den Winter weiter. Manche schlüpfen erst im Juni aus. Gerne überwintern auch Insekten in den Stängeln z.B. die Keulhornbiene. Es verpuppen sich auch viele Schmetterlinge an Stängeln, einige davon an Brennnesseln. Wenn ich also die Stängel weggemacht hätte, hätte ich damit viele, viele Insekten und Insektenlarven auf den Kompost geworfen, die jämmerlich sterben, ein paar Wochen vor dem ersten Flug. Könnt Ihr Euch vorstellen, welche Freude in so einem frisch geschlüpften Bienchen, Insektlein ist, wenn es zum ersten Mal die Flügel in der Sonne ausbreiten und mit den Lüften tanzen kann. Wie kleine Kinder, die in der Sonne hüpfen, tanzen und springen.

Überall, aber doch leider viel zu wenig, sehe ich in dieser Zeit die Kornelkirsche blühen. Eine einheimische Pflanze, die im zeitigen Frühjahr sowohl die frisch geschlüpften Wildbienen als auch die Hummeln, wenn es warm genug ist, auch die Bienen und viele Insekten füttert. Wenn die Vögel, Insekten und andere Tiere uns bitten könnten, würden sie uns darum anflehen, gute bei uns angesiedelte Futterpflanzen anzupflanzen. Die bei uns nicht heimische Forsythie ist einfach nur gelb und bietet für unsere Insekten null Komma null Nahrung. Gerne helf ich euch bei einer neuen Gartenanlage, überhaupt beim Garten, berate, welche Gehölze Nützlinge brauchen und wo auch gerne Vögel, Igel, Eidechsen, Kröten und Spitzmaus wohnen wollen. Wichtig sind einfach wilde Ecken und wenn es nur drei, vier Quadratmeter sind. Das geht im kleinen Garten sowie auf dem Balkon.

Weil ich gerade von Kröten schreibe. Vor ein paar Wochen haben viele Kröten und Frösche in meinem Teich ihre Eier abgelegt. Auf diese Eier und auch später auf die Kaulquappen passe ich mit Adleraugen auf. Warum hege und pflege ich diese so sehr? Je mehr ich von den Kröten und Fröschlein habe, desto mehr Schneckeneier werden von diesen vertilgt. Das ist Permakultur, ich brauch mich nicht anstrengen, wenn ich meine natürlichen Helferlein machen lasse. Es gibt einen herrlichen, wahren Film, der einem die Permakultur = alles mit allem verbunden, bestens vor Augen führt. Er heißt „Unsere große kleine Farm“ von John Chester. Da könnt Ihr perfekt nachvollziehen, dass, wenn die Natur im Gleichgewicht ist, vieles fast von selbst funktioniert.

Schnorchelfortsetzung: Links in der Ecke sehe ich noch einen Regenwurm, den fragen wir mal, was er denn hier so macht. "Griaß eahna Frau Regenwurm". "Welche Aufgabe haben Sie denn hier?" frage ich. "Ja", erwidert sie, "ich habe von meinem Vetter schon gehört, dass ihr grade hier bei uns seid". "Unsere Aufgabe vom lieben Gott ist, die waagrechten Gänge nicht weit unter der Erde zu machen und wir aus unserer Familie leben von abgestorbenen Wurzeln", erklärt sie uns. "Warum macht Ihre Familie die waagrechten Gänge und Ihr Cousin die langen tiefen Röhren?", frage ich gespannt. "Hauptsächlich machen wir alle die Röhren, um die Erde gut zu durchlüften und auch zu viel Wasser, z.B. von einem Starkregen, so schnell als möglich abzuleiten, sozusagen eine natürliche Trockenlegung", erklärt sie uns hilfsbereit. "Das ist ja mal wieder hochinteressant, das bedeutet dann wohl auch, dass alles besser wächst, wenn der Boden hervorragend mit Luft angefüllt und das Zuvielwasser gut abgeleitet ist. Dann ist es ja zudem für die Bodenfruchtbarkeit riesig, wenn sehr viele von euch hier leben?" "Genauso ist es, sehr gut verstanden", sagt sie. "Vielen Dank für diese wichtige Ausführung und gehabt euch wohl", rufe ich. "Servus vielleicht bis bald", sagt sie und kriecht davon. Fortsetzung folgt.

So legen wir unsere Körnlein und Samen in eine hervorragende Erde, auf dass sie unendlich viele herrliche Gemüse und Früchte bringen. Himmelblaue frohe Osterfeiertage und die Liebe und Freude des Auferstandenen wünsch ich Euch.

Eure Lucia


Abgeknickte Königskerze



Froschlaich noch im winterlichen Teich



Froschlaich



Kaulquappen



Knopsen der Kornelkirsche



Kröte



Vergrößerung Kaulquappen


Quellenangabe für die Fotos zu diesem Artikel:
- die ersten beiden Fotos ("Abgeknickte Königskerze", "Froschlaich noch im winterlichen Teich") von der Autorin
- die restlichen Fotos von pixabay


Schnorcheln
02.03.2021

Autorin: Lucia Lehner

Liebe Garten- und Naturfreunde,

heute möchte ich mit Euch schnorcheln, nein, nein, nicht im Wasser. Sehen wir uns zuerst das Holzbrettle dort vor uns an. Unter dem Holz sind ganz viele Asseln. Eine befrage ich mal: "Grüß Gott Frau Assel, was ist denn Ihre Aufgabe?", erkundige ich mich. "Wir leben gern im Feuchten", antwortet sie, "da zerlegen wir am liebsten totes Holz, Pilze und Laub. In unserem Magen wird alles mit Erdteilchen vermischt. Über diesen unseren Mist freuen sich dann viele kleinere Tiere, die sich sogleich über die leckere Mahlzeit hermachen", sagt sie. "Interessant, vielen Dank Frau Assel und viel zartes Altholz wünsch ich."

Nun setzen wir unsere Schnorchellupentaucherbrille auf und knipsen unsre Hirabira = Stirnlampe an. Jetzt graben wir unser Gesicht unter die Erde. Bekommt ihr genug Luft und seht ihr alles? Super, weiter geht’s. Hoppala, da seh ich auf der rechten Seite einen Regenwurm sich hochwinden. "Servus, Herr Regenwurm, wie geht es Ihnen und was machen Sie gerade?", erkundige ich mich. "Wartet ein paar Augenblicke", sagt er, "ich muss schnell mein Häufchen oben vor das Loch setzen, ich komm gleich wieder."

In der Zwischenzeit schauen wir uns mal um. Überall sehe ich es krabbeln, ihr auch? Verschiedenste Tierchen wie Pseudoskorpione, Kugelspringer, Springschwänze, Wimpern-, Glocken- und Rädertierchen, Algen und Pilze tummeln sich hier. Ah, da kommt Herr Regenwurm. "So, da bin ich wieder", sagt er, "was möchtet ihr denn wissen?" "Herr Wurm, was ist denn Ihre Aufgabe, wie wohnen und leben Sie?", erwidere ich interessiert. "Wohnen tun wir in unserer senkrechten Röhre. Etwa acht Jahre lang wäre unser Leben, wenn alles gut geht", berichtet er. "Was heißt denn, wenn alles gut geht?", frage ich. "Das heißt, wenn unsere Röhre nicht zerstört wird durch tiefes Umackern oder Umgraben. Alles, was tiefer in die Erde gräbt als ca. fünf bis acht Zentimeter, zerstört unsere Röhre und auch den Lebensraum von vielen anderen in diesen Bodenschichten lebenden Humusbereitern", erklärt er uns. "Sind dann eure Röhren durch das tiefe Stechen und Ackern zu und müsst ihr dann sterben?", frage ich entsetzt. "Ja, genauso ist es, und alle anderen Humusknabberer werden von oben nach unten gedreht und müssen somit auch zum großen Teil sterben, ebenso die, die von unten nach oben geackert werden, sie alle sind nur für bestimmte Bodenschichten von der Schöpfung bestimmt."

"Leben tun wir von abgestorbenen Blättern und Gräsern. Wir sind mit den Asseln die ersten Umsetzer der 'größeren' Pflanzenteilchen", berichtet er uns. "Außerdem lieben wir Steinsand, auch Steinmehl. An Steinsand können wir halt lutschen wie an einem Lolli, deshalb ist Steinsand noch delikater für uns", sagt er genüsslich. "Was allerdings oberwichtig ist, über uns zu wissen: wir schlafen im Juli und August. Ab September herum arbeiten wir rund um die Uhr. Leider aber, besonders im Winter, müssen viele von uns verhungern, weil in vielen Gärten und Äckern nichts auf dem Boden liegt, was wir zum Fressen in unsere Röhre ziehen können. Und, wenn wir nichts zum Zerkleinern haben und damit auch kein Wurmmist da ist, haben auch alle anderen Bodenbereiter nichts mehr zu futtern, die wiederum von unserm Mist leben", betont er ernst. "Deshalb bitte ich Euch nachhaltig: lasst bis zum Frühjahr alles liegen, legt uns viel Laub und/oder Heu hin und räumt erst ab April - Mai alles ab. Im Sommer legt uns dann angetrockneten Rasen- bzw. Grasschnitt auf den Boden", bittet er. "Wenn ihr dies beachtet, habt ihr in ein paar Jahren besten Garten- bzw. Ackerboden." "Vielen Dank für Euer Interesse, jetzt muss ich aber wieder zu meiner Frau, sie hat heut Geburtstag, auf Wiedersehn." "Lieben Dank an Sie, Herr Wurm, für dieses außergewöhnliche Gespräch und herzlichen Gruß an Ihre Frau", sage ich. Weiter geht´s, schauen wir mal, wer uns hier noch begegnet. Fortsetzung folgt.

Jetzt ist ja auch schon Zeit zum Ansäen. Dazu kann man wunderbar Boden von Maulwurfhaufen nehmen, da diese Erde von tiefen Bodenschichten heraufgearbeitet wird und – wichtig! - damit keimfrei ist. Bitte wirklich zusehen, dass ihr keine Wühlmaushügel erwischt, da sonst alles Mögliche mit hochwächst. Wenn Ihr in die Anzuchterde noch mit entweder EM, Urin-, Sauerkrautsaft-, oder Pflanzenjauche-getränkter Aktivkohle mischt, dann werden sie so stark, dass Schnecken wenig Gefallen an ihnen finden.

Ich wünsche euch bestes Gelingen und viel knospende Frühlingsliebe für alles um euch herum.

Eure Lucia




Labyrinth



Wurmhäufchen



Grünalge



Kellerassel


Quellenangabe für die Fotos zu diesem Artikel:
- alle Fotos von pixabay


Winterfreuden
03.02.2021

Autorin: Lucia Lehner

Meine lieben Garten- und Naturfreunde,

wie jeden Winter, wenn es Schnee hat, schaue ich zum Buchbichel und das erste Mal seit langen Jahren habe ich dort wieder Schlittenspuren gesehen. Mit vollem Herzen habe ich da an meine Kindheit gedacht, als wir dort selber Schlitten oder mit Skiern fuhren. Wir hatten ein Paar neuere Skier aus Metall/Plastik und eins aus Holz, das von meinem Vater aus der Zeit als Gebirgsjäger stammte. Zum Einfädeln für die Skischuhe waren Lederriemen da und hinten eine bewegliche Metallspirale. Mit den Wachsresten der Weihnachtsbaumkerzen haben wir die Kufen der Schlitten und der Skier gewachst. Wie einfach hatte ich es später, als ich mit Markenplastikskiern und strammen Skischuhen, die mit einem Klick einrasteten, in unseren Bergen umherfahren konnte.

Dabei kam mir auch noch in den Sinn, im Hasentäle war eine Zeitlang ein Skilift. Wenn ich mich richtig erinnere, bestand dieser aus einer Seilwinde, die immer durchlief. Also man fasste mit den Händen das Seil und schwupp wurde man nach oben gezogen. Ich habe ganz lebendig vor mir, dass dies die ersten zwei-dreimal ganz gut funktionierte. Da ich aber, wie Ihr Euch schon denken könnt, das ein- oder andere Mal hinfiel, verklebten meine Handschuhe langsam ringsherum mit Schnee und Eis. So rutschten bald meine "Eiskristallhandschuhe" am Metallseil durch und ich konnte mich dadurch nicht mehr festhalten, fiel aus der Spur und alle anderen hinter mir ebenso. Zwoa Brettl a gführiger Schnee und nix mehr juhee war des. Warum verklebten die Handschuhe so sehr? Ja, die waren selbst gemacht aus alten Pullovern. Meine Mama schnitt aus verfilzten Pullovern ein bisschen größer als die Handfläche zwei Teile heraus und ein Teil für einen Daumen. Den hat sie, wenn beide Handteile zusammengenäht waren, an das Daumenloch angenäht und schon war der Pulloverhandschuh fertig. Übrigens, super gerne sind wir auch, nur ein paar Meter von Zuhause entfernt, beim Nachbarn herunter gefahren. Der hatte eine Hocheinfahrt zum Heuboden hin, das war ein Spass, rauf- runter und um die Kurve herum und oft auch noch stundenlang eine dicke Schanze unten hin gebaut, dass es mit viel Anlauf von ganz oben, so richtig hüpfte, sprang und holperte. Ach herrlich war das, nochmal vielen Dank Herr und Frau Nachbar.

Als Kind betrachtete ich oft die Eissterne am Stallfenster, interessant, jeder sah anders aus. Vor vielen Jahren war ich bei Masaru Emoto in München bei einem Vortrag. Herr Emoto gefror in Japan Wassertropfen aus der ganzen Welt einzeln ein und fotografierte die entstandenen Kristalle. Manche Kristalle waren von großen Städten mit schlechtem Wasser, dementsprechend sahen die Kristalle aus, ganz gruselig, dunkel verschwommen und kaum eine Struktur. Wieder andere stammten aus Heilquellen, z.B. von Lourdes, diese hatten bildhübsche, entzückende, sechseckige Sternchengebilde.

Die Erscheinungsform des Wassers ist für mich absolut erstaunlich. Also, es gibt das Wasser, den Schnee und das Eis. Drei verschiedene Dinge und trotzdem ein und dasselbe. Wie bei der Heiligen Dreifaltigkeit, drei verschiedene "Personen" und trotzdem eins. Am 2. Februar, Maria Lichtmess, sind die vierzig Tage der Reinigung Mariens vorbei und damit ist Weihnachten beendet. An diesem Tag wurden früher die Knechte und die Mägde aus- oder eingestellt.

Jetzt im Winter, eigentlich zu jeder Zeit, in den Wald zu gehen und dort "Waldzubaden" ist für uns außerordentlich wichtig. Shinrin Yoku heißt das und kommt aus Japan. Waldbaden, zwei Stunden täglich, aber auf jeden Fall einmal in der Woche, soll die Herzfrequenz so sehr ausgleichen, dass es unser Wohlbefinden enorm steigert. Gehen wir doch zahlreich, ausgiebig, vielmals in unsere Baumapotheke aus Nadel und Laubbäumen mit ihren Harzen und Gerüchen und schnaufen so richtig tief und ergiebig ein und aus. Gern umarme ich auch mal einen Baum, da die ätherischen Öle am Stamm am gewaltigsten hervortreten. An Nadelbäumen aufgepasst, da hängt gleich das Harz an der Kleidung. Harz entfernt man am schnellsten mit Butter, einreiben, einwirken lassen, waschen, oder am Boden, Fleck einreiben, putzen, fertig.

Ich wünsche Euch fröhliche Schlitten-, Ski- und Spaziertage im hoffentlich noch länger bleibenden Wald- und Felderglitzischnee.

Eure Lucia


Tor zum Hasentäle



Am Buchenbichel



Denklinger Streif



Eiskristalle



Kleiner Schneemann



Rauhreif



St. Michael
17.01.2021

Autorin: Lucia Lehner

Meine lieben Garten- und Naturfreunde,

vor fünf Jahren ist mein liebes Tantchen gestorben. Sie hinterließ ein kleines Häuschen, sehr alt und sehr voll. Was meine ich mit voll? Zunächst, unsere Omas und Opas, Mütter, Väter, Tanten und Onkel haben eine sehr schlechte Zeit mitgemacht – Arbeitslosigkeit, 1.Krieg, Hunger, und nochmal Arbeitslosigkeit, 2. Krieg, Hunger. Zur Zeit des 2. Krieges und danach gab es den Alois Irlmaier, der Menschen sagte, wo ihre Lieben im Krieg geblieben waren und was mit ihnen passiert ist, ob sie wieder nach Hause kommen usw. Auch für die nachfolgende Zeit sagte er einiges voraus. So kommt wieder meine Tante ins Spiel, was meine ich nun "mit voll"? Da niemand wusste, was, wann und ob überhaupt von den Vorhersagen etwas eintreffen würde, haben viele Leute Vorräte angelegt. Ich habe aus dem Häuschen z.B. ca. 20 Zehnerpackungen Zündhölzer, viele, viele Nudelpackungen, Haferflocken, Zucker und Mehl, unzählige 1-2 Liter Gläser eingemachte Früchte und Gemüse, Schmier- und Kernseifen, und noch unzähliges mehr ausgeräumt.

In diesem Jahr hätte ich viele Kurse gegeben. Leider wegen C ... nicht möglich. Unter anderem waren einige neue Kurse bei der VHS eingetragen. So auch das "Wild kochen". In der "schlechten Zeit" haben sich die Menschen unter anderem mit Eicheln über diese Jahre gebracht. Um diese bitteren Eicheln essen zu können, muss man sie zuerst tagelang wässern um ihnen die Bitternis zu nehmen, dann aber gibt es ein nahrhaftes Mehl.

Rosenblätter-Lavendelspritzgetränk als Aperitif, Brennesselsamenhaferrahmsüppchen, Kartoffeltaler mit Eichel- statt Weizenmehl, dazu Linsenbolognese und einen Salat aus roten Rüben, Bachbungenspitzen und indischem Springkrautsamen, als Nachspeise Hagebuttenpulver und Honig auf Schlotter (Sauermilch) und dazu einen Löwenzahnwurzelkaffee, köstlich, einzigartig, spektakulär. Da krieg ich doch gleich so ein wundervolles Kribbeln im Gaumen und auf der Zunge. Ihr auch? Ja, so kann man fast die ganze Palette aus essbarem Strauch, Staude, Baum, Gemüse und auch aus der MuhKuh- und Bienenwelt in ein leckeres Menü verwandeln.

Bauernregel vom 25. Januar, Bekehrung des heiligen Paulus: An Pauli Bekehr ist der Winter halb hin und halb her. Dieses Datum hat man früher zum Anlass genommen die Bevorratung nachzusehen. Es sollte noch mindestens der halbe Holzvorrat und der halbe Essensvorrat da sein um gut über den Winter zu kommen.

Für ganz Deutschland und gerade bei uns in Denklingen haben wir als Patron den hl. Erzengel Michael. Oft habe ich mir als Kind dieses eindrucksvolle, monumental schöne, auch erschreckende Hochaltarbild angeschaut. Vor ca. 15 Jahren war ich am Monte Gargano in der Grotte vom hl. Michael. Mich hat sehr beeindruckt, dass einstmals ein Stier die Höhle bewachte (ein Deckenbild davon sieht man in unserer Kirche über der Orgel). Die Höhle war ja bei diesem Wunder sehr klein. Als ich dort war, passten da schon viele Menschen rein, sie war zur Felsenkirche geworden. Seit dem Wunder wurde viel von dem Felsen abgetragen und in kleinen Stückchen an die Pilger verkauft. Ja sicher, ich hab mir auch ein paar gekauft und auch den im Felsen abgebildeten Fußabdruck des hl. Michael gesehen. Meine lieben Freunde, schauen wir doch öfter hinauf zu unserem Patron aus Marmor, Stuck und Holz. Natur dem Himmel so nah. Ich wünsche Euch ein neues Jahr mit bedeutsamen Begegnungen, immer genug Speis und Trank und beste Gesundheit. Gottes Segen und behaltet den Mut.

Eure Lucia


Die Grotte des heiligen Michael



St. Michael im Kampfe



Vieles kann man selber machen