Kolumne zu Garten- und Naturthemen


Bitte beachten Sie, dass unsere Hinweise und Hilfestellungen die Meinung des jeweiligen Autors wiedergeben. Alle Informationen sind nach bestem Wissen und Gewissen dargestellt. Dennoch übernehmen wir keinerlei Verantwortung dafür, ob Sie unseren Ratschlägen folgen oder nicht!


Verzeichnis der Beiträge 2022


29.08.2022 → Sommergartenfrischler
29.06.2022 → Kreiskulturtage Lech
05.06.2022 → Abendpfauenauge
03.05.2022 → Terrapreta und Strauchschnitt und Sonnenerde
01.03.2022 → Kröten, Liebe und Kaviar
01.02.2022 → Zukunft Wald und Regenwurm
03.01.2022 → Rapunzel, lass Dein Haar herunter


Sommergartenfrischler
29.08.2022

Autorin: Lucia Lehner

Meine lieben Gartler im "Nochsommer",

dieses Jahr komme ich einfach nicht nach, geht's bei Euch gut voran oder ist es wie bei mir, dass Ihr mit nichts hinterher kommt? Ich muss mir demnächst überlegen, ob ich ein Sommergartenfrischler oder eher doch ein Sommergartenschweißler bin.

Die Schnecken waren und sind trotz Hitze noch viele, ich schickte sie zum Nachbarn. Sie winkten ab und wollten unbedingt bei mir bleiben. Das ist für mich nicht nachvollziehbar, wo sie doch beim Nachbarn den formidabel-gemütlich-schöneren Garten hätten.

Dieses Jahr habe ich Kartoffeln, Dahlien, Kletterblumen und Stangenbohnen in Einkaufstaschen gezogen. Wenn eine Schlechtwetterfront mit Hagel angesagt ist, packe ich die Taschen und ab geht es in die Garage. Das klappt natürlich nur bei den Kartoffeln und den Dahlien, weil die anderen ja festgeklettert sind.

Fortsetzung des Schnorchelausfluges: Heute schnorcheln wir wieder bei Herrn Regenwurm. Den muss ich unbedingt etwas fragen. Seid Ihr bereit, habt Ihr die Taucherbrillen und die Schnorchel auf? Gut, dann tauchen wir hinab in die Erde und suchen Herrn Regenwurm. Ja wunderbar, da kommt er schon, mit einer Zipfelmütze auf dem Kopf, heraufgekrochen. "Grüß Gott Herr Regenwurm, wie geht es Ihnen?" "Ja," schnauft er, "ich bin noch sehr müde, und befinde mich noch in unserem sommerlichen "Winterschlaf". Uaahh, gähn, was kann ich denn für Euch tun", fragt er verschlafen. Schnell entgegne ich ihm "Sie haben uns erzählt, dass Sie Gräser und Blätter in Ihre Röhre ziehen und diese dort verspeisen. Nun habe ich auf einem Vortrag gehört, dass Sie die Blätter und Gräser in die Röhre ziehen und dort warten bis sich Bakterien, sprich Mikroorganismen bilden und diese Bakterien, also Tiere, Ihre eigentliche Nahrung sind. Stimmt denn das?" frage ich. "Ja", erwidert er, "das ist richtig so, es tut mir sehr leid, wenn ich den Verdauungsvorgang ein bisschen abgekürzt habe". "Puuh" sage ich, "jetzt bin ich aber froh, dass ich Sie gleich getroffen habe um dieses Missverständnis zu klären. Dann fermentieren Sie in ihrer Röhre sozusagen die Blätter und essen dann die sich bildenden "Blätter- und Gräsersauerkrautbakterien?". "Ja, genauso ist es" sagt er freundlich. Gerne sage ich ihm "vielen, lieben Dank Herr Regenwurm, dass Sie uns in ihrem wohlverdienten Urlaub, wieder ein kleines Mosaikteil von Gottes Meisterwerk erklärt haben. Auf Wiedersehen und weiterhin guten Schlaf wünsch ich." "Pfüat Eich Gott und bis bald" sagt er. "Ich geh jetzt wieder ins Bett". Und schon kriecht er davon. Fortsetzung folgt.

Am 9. und 10.07.22 haben Stephan Traut und ich den Hornissen- und Wespenumsiedlerkurs in Mindelheim durchgeführt. Diese Tiere, wenn sie mir auch manchmal Angst vor dem schmerzhaften Stich machen, sind wieder mal so wunderbar eingefügt in dieses Gottesnaturgeheimnis des Alleszusammengehörenden, dass ich mich mal wieder in die Wespen verliebt habe. Es waren herrliche zwei Tage, bei denen wir Wespen umgesiedelt haben, mit Staubsauger, Bienenanzug und unglaublich vielseitiger Ausrüstung im Garten unserer zwei Lehrer, Bettina und Jan-Erik Ahlborn aus Mindelheim. Die beiden stellen, für mich gesehen, einen großen Teil des Naturschutzes dar. Es war sehr aufregend, von einem kleinen Schränkchen, in dem die Wespen sich angesiedelt hatten, diese in eine eigens gepolsterte Kiste abzusaugen und sie in ihr neues "Zuhause" mitsamt altem Nest umzusiedeln. Ebenfalls haben wir Hummeln in einen größeren Kasten umgesiedelt. Dieses durch den Umsiedlungsvorgang aufgebrachte, tiefbrummende Hummmelnest mit dicken Lederhandschuhen in den Händen gehalten zu haben, war für mich eine Erfahrung, die ich nie vergessen werde. Ich habe das Nest genommen und dann irgendwie und ganz schnell in den größeren Kasten gelegt. Jan-Erik hat mich dann darauf aufmerksam gemacht, dass ich das Nest wieder umdrehen muss, weil sonst die bei den Hummeln offenen Honigtöpfchen, ausfließen würden und alles verloren wäre. Ganz flugsi habe ich das Nest umgedreht um der Hummeln und Hummelkindlein Mittagessen nicht auszuschütten. Bei den Wespen und Hornissen hängen die Waben aber auf dem Kopf und sie bauen kopfüber. Was mich aber momentan besonders beeindruckt sind die hexagonalen Strukturen überall auf der Welt und in fast jedem Gebilde. Zum Beispiel haben Wissenschaftler herausgefunden, dass jede Baum- und Pflanzenröhre einen sechseckigen Aufbau hat und so exakt zusammenpassen wie die Bienen, Hummeln- und Wespenwaben. Der Panzer der Schildkröte ist z.B. ebenfalls sechseckig angeordnet. Einfach phänomenal.

Ich wünsche Euch Freiheit und Glück, draußen in der Weite der Natur.

Eure Lucia













Quellenangabe für die Fotos zu diesem Artikel:
- Fotos von Stephan Traut


Kreiskulturtage Lech
29.06.2022

Autorin: Lucia Lehner

Herr Lech, Du bist ein prächt'ger Mann, von dem ich gar viel lernen kann.

Schon immer hat mich in meiner Heimat der Lech ein Stück begleitet. Früher als ich noch ein Mädchen war, sind wir oft vom damals schwäbischen Denklingen aus über die Epfacher Brücke auf die bayerische Seite gefahren. Dieser Übergang bestand damals noch aus Holz. Wie schepperte, holperte und polterte es da, wenn mein Vater mit dem Auto die Planken der Lechbrücke überquerte. Heute erinnere ich mich, mit gemischten Gefühlen, einer gewissen Ängstlichkeit im Auto gesessen zu haben. Zwischen 1966 und '69 wurde eine neue betonierte Brücke gebaut, über diese fährt es sich ganz ohne Angst und recht famos.

Ab und an waren wir drei Kinder mit unseren Eltern beim Picknicken am Lech. Bis heute unvergessliche Stunden! Einmal haben wir in der Grundschule einen Ausflug zum Lech gemacht und gebadet. Etwas nass und frisch, dafür belebend-prickelnd.

Ebenfalls begleitete mich der Lech während meiner Lehre im Schuhhaus Stark, das heutige Markita unmittelbar an der Lechbrücke, war und ist als Anfang der Innenstadt zu sehen und genau am Lech gelegen. Wo früher unser Männerschuhverkaufsraum und Schuhlager war, ist heute der Durchbruch, das Tor zur Lechpromenade. Und am anderen Ufer, der Postseite der Karolinenbrücke, da thront er, der Lechmann, groß, leicht entblößt-erhaben in Stein gemeißelt.

Den Lech habe ich das erste Mal im "Ausland", in Österreich als Achtzehnjährige erlebt, als ich mit Freunden dort immer wieder mal ein paar Tage in einem alten Bauernhaus verbrachte. Einige Denklinger hatten dies von einem ansässigen Lechtaler Bauern aus Holzgau gemietet. Großartige Bergtouren und Hüttenabende haben wir da verbracht. Der oft auch als türkisblau erscheinende Kalkalpenfluss war bei den Wegen dorthin und auch wieder zurück unser ständiger Weggefährte.

Als ich mit Anfang Zwanzig in Eisenberg bei Füssen einige Jahre gearbeitet habe, sind wir des öfteren durch Füssen über die Lechbrücke, zur Linken an den Königsschlössern vorbei, ins nahe Österreich gefahren. Wie lachte mich jedesmal der blaugrüne, in der grandiosen Bayernbergsonne daliegende aufgestaute Strom an. Jede Lechbrücke oder Staustufe hat für mich übrigens ihren eigenen Reiz, in den Fluss zu sehen. Ob das nun die etwas neuere Brücke von Schongau nach Peiting ist oder die Staustufe 9 bei Apfeldorf, es gibt immer etwas zu bestaunen, zu entdecken und zu erspähen. Ja, so manchesmal musste und muss ich mich auf den Brücken heftig zusammennehmen, um auf die Straße zu achten.

In diesen Jugendjahren haben wir auch tagelange Segeltouren auf dem Forggensee unternommen und dabei über der Mitte des Stausees Ausschau gehalten, ob wir nicht etwas von dem Dörflein Forggen erlinsen könnten, das dort im See versenkt wurde und dem Forggensee seinen Namen gab.

So bist Du für mich und andere Frau'n, zweifelsfrei auch für Männer gar gigantisch anzuschaun.

Nach diesen Sturm- und Drangjahren zog ich wieder ins heimatliche Denklingen und 2012 direkt an den Lech nach Epfach. Hier entdecke ich seitdem den leider, oder Gottseidank, Gebändigten, zusätzlich mit seiner Flora und Fauna und begeistere mich immer mehr für diesen außergewöhnlich-einmaligen Fluss.

An Deinen steinigen Fluten fabelhaft schön, will ich bis zum Anfang des jenseitigen Lebens mit Dir gehn.

Kennen Sie den Kreuzenzianameisenbläuling? Das ist ein Schmetterling, nur im Lebensraum Magerwiesen zu finden: er farbenfroh blau, sie braun. Sie legt ihre Eier an den Knospen des Kreuzenzians ab, von dort fressen sich die Larven durch die Blütenblätter mitsamt Staubbeuteln den Stiel hinab, lassen sich nach dem Gelage auf den Boden fallen. Sogleich kommt eine Knotenameise vorbei und sieht das lecker Fresschen und trägt es in den Ameisenhügel. Sobald das vermeintliche Ameisenfrühstück im Bau ist, macht die Larve Geräusche wie eine Ameisenkönigin und riecht wie die ihr naheliegenden Ameisenkindlein. Was passiert ebenda? Sie wird gefüttert wie eine Ameisenkönigin, gehegt, gepflegt, gepäppelt, dick und rund, und bei Gefahr sogar als erstes gerettet. Das Lärvchen verpuppt sich dort und nächstes Jahr geht das Leben als Bläuling am Lech nach der Hochzeit und Kinderablage zu Ende.

Flussregenpfeifer, Auenwäldchen und Küchenschelle, Tausendguldenkraut als Enziangewächs, seltene Ochideen, Wacholderbaum und Biber sind ein mannigfach-vielfältiger Traum, den man hier erleben und entdecken kann. Ob ich nun alleine oder mit anderen an der Seite meines Lechmanns verbringe, es ist immer wieder unübertroffen-spektakulär.

Mal stürmisch wild, mal lieblich schön, grandiose Vielheit ist bei Dir zu sehn.

Haben Sie gewußt, dass die Küchenschelle, der rauhe Alant und noch manche haarige oder dickhäutige Pflanze aus den Karpaten über die Donau, also aus dem kalten Klima, den Lech heraufsteigen? Oder wärmeliebende Pflanzen wie die Orchideen, aus dem Mittelmeer über das Rhonetal stromaufwärts wandern und sich bei uns ansiedeln. Und haben Sie gewußt, dass das dritte Alleinstellungsmerkmal ist, dass der Lech die größte Biotopgrenze, sprich abgegrenzter Lebensraum für Tiere, Pflanzen, Pilze und Landschaften zwischen den Alpen und der Alp ist? Meine Begeisterung für den Lech ist, je mehr ich über und um ihn entdecke, immer größer, höher, weiter. Einfach erklärt, wie wenn die Liebe zu einem Menschen im Laufe der Jahre, wenn man ihn mehr und besser kennenlernt, immer tiefer wächst.

Oh Lech, Begleiter, Freund, und Vertrauter, Heimat so reich, kaum etwas ist an meinem Herzen Dir gleich.

Meine absolute Lieblingstelle ist eine Halbinsel, an deren Ufer eine Bank steht, das Wasser ein ostseeähnlicher Platz. Stundenlang kann ich da sitzen und mich bescheinen, beplätschern und begeistern lassen. Gerne sammle ich da meine Wacholderbeeren und esse auch gleich mehrere davon, höchst heilend sollen sie sein. Vieles oben Beschriebene ist hier zu finden. Auch kleine Lechmuscheln, Bachflohkrebse und Babyfischlein verblüffen mich da. Gänse, Enten und Schwäne, mal nah mal fern, ziehen im silbrig-schimmernden Wasser ihre Bahn.

Sehnsuchtsort Lech, schenk uns weiter, was uns an Dir so sehr gefällt, Deine wunderherrlich-staunenswert-einzigartige Welt.


Abendpfauenauge
05.06.2022

Autorin: Lucia Lehner

Meine lieben Gartler im Juni,

was ist ein Abendpfauenauge? Das habe ich jetzt auch das erste Mal gesehen! Ein herrlicher Schmetterling mit atemberaubenden "Schmetterblättern" (Flügel). Unter den entzückend-schön gezeichneten grauen Flügeln, die am Tag, wenn sie schlafen, zu sehen sind, liegen wunderschöne, rosafarbig schimmernde Flügel mit noch mehr dunkelrosafarbenen Pfauenäuglein. Ein Foto von meinem Nachbarn bei dem das Abendpfauenauge am Tor saß und schlief, leider mit eingeklappten Unterflügeln, gebe ich bei.

Und noch eine große Freude, die Erde, die wir bestellt und ausgegeben haben, ist absolut der Hammer. Wir haben bei Marlies ein Versuchsbeet gemacht. Die selben Pflanzen auf zwei Beete verteilt. In einem Beet nur die Sonnenerde. im anderen die normale Erde mit angereicherter Kohle. Die Pflänzchen in der Sonnenerde sind schon doppelt so groß als die anderen. Ich habs fotografiert, aber es kommt leider nicht so gut hervor, wie es tatsächlich aussieht. Wowtschi ich bin, auf Neudeutsch, durch und durch geflääääscht (sehr, sehr erstaunt).

Ich wünsche Euch, wie im Wettersegen gebetet: Von Blitz, Hagel und Ungewitter erlöse uns Herr Jesus Christus ...

Eure Lucia




Terrapreta und Strauchschnitt und Sonnenerde
03.05.2022

Autorin: Lucia Lehner

Meine liebe Garten- und Naturfreunde,

da Pius die Aprilkolumne schrieb, wünsche ich Euch nachträglich frohe Ostern, das geht noch ganz fabelhaft, da Ostern ja erst an Christi Himmelfahrt abgeschlossen ist.

Im März hielten wir einen Terrapretakurs bei Preisingers im Garten. Danke an Marlies und Pius dafür!!! Da ich in den letzten Jahren etliche Verkohlungskurse machte, hielt ich schon jahrelang nach einer, der Terrapreta ähnlichen Erde Ausschau. Nun habe ich bei einem interessanten Kurs die gefunden, die meiner Meinung nach die beste Erde ist. Sie ist sehr Besonders und nähert sich nach sechsjährigen Studien der Amazonasschwarzerde zu 96 % an. So möchten wir Euch diese Erde, die wir über den Gartenbauverein bestellt haben, zum Einkaufspreis (gerne eine Spende für unsere Arbeit mit draufzulegen) anbieten. Die Erde wird ab ca. Ende April zur Verfügung stehen. Diese großartig-fantastische "Sonnenerde" bekommen wir in Bigbags und geben diese dann in von Euch mitgebrachten Gefäßen in Litern ab. Bitte gerne bei mir anzurufen 08869 9137076. Voraussichtliche Abgabezeiten sind der 11.05.22 und der 12.05.22 vormittags zwischen 10.00 und 12.00 Uhr. Weitere Termine gerne nach Absprache und Abgabe natürlich an alle prächtig-genialen, grandios- unübertroffenen, lieben Gartenmenschen unserer Gemeinde. Es ist schon einiges vorbestellt, bitte sehr bald anzurufen.

Am Samstag, 14.05.22 halten wir unseren allseits beliebten Pflanzentausch mit Kaffee und lecker Kuchen ab. Gerne nehmen wir auch noch Torten-Kuchenspenden an. Auf massenhaftes Eintrudeln Eurerseits am 14. des Maien, freuen wir uns.

Am 1. April hatten wir in einem Garten in Epfach einen Strauchschnittkurs angeboten. Johann Kaiser, Günther Kirchbichler und ich trafen uns um 14.15 Uhr bei kaltem, schneenassem Wetter in besagtem Garten. Günther hatte sich in "Schale" geworfen. Welche Schale meine ich da? Günther brachte seine fabelhafte Motorsäge mit um auch 15- 20 cm dicke Hölzer durchzusägen. So brauchte Günther auch eine Motorsägenspezialkleidung, also die "Holzerschutzschale".

Gleichzeitig mit uns trafen auch die Kursteilnehmer ein. Erstmal gaben wir eine Einführung zu den verschiedenen Schnittwerkzeugen, wie Sägen, Zwicken und Handscheren. Dann gingen wir zu verschiedenen Sträuchern und besprachen zuerst wie, wo und warum diese geschnitten werden sollten.

Dann fingen wir an einem älteren Haselnussstrauch an. Es gilt für fast alle Sträucher, Ausnahmen bestätigen die Regel, die selbe Technik. Alte dicke Äste werden normalerweise alle drei bis vier Jahre aus dem Strauch ganz unten abgeschnitten, die neuen aber unbedingt stehen gelassen. Um eine schöne Strauchform zu erhalten, schneidet man z.B. bei einer Forsythie, bei den neuen meistens äußeren Zweigen in Bauchhöhe ab. Innere Zweige auf ca. Brust und je nach Größe auch in Kopfhöhe ab. Dies erklärte Hans den Teilnehmern anhand der Forsythien ganz ausführlich.

So werkelten und säbelten wir abwechselnd mit den Kursteilnehmern, an Haselnussträuchern, Forsythien, Felsenbirne und einigen anderen Sträuchern. Als wir durchgefroren und nass waren, haben wir um ca. 17.00 Uhr den Kurs beendet. Danke an die Frau Gartenbesitzerin. Einen besonderen Dank möchte ich an Hans und Günther, an alle Gartenpfleger von unserem Verein aussprechen, die nicht nur die Obstwiese wunderbar in Schuss halten, so auch hier beim Strauchschnitt ein super Team abgaben. Im Herbst oder Winter bieten wir wieder einen Strauchschnittkurs an, hoffentlich bei besserem Wetter.

Ich wünsche Euch soviel Maienglück, das der Milchstraße gleicht, nicht einzelner aber zusammen lichtstrahlender Sterne.

Eure Lucia





Quellenangabe für die Fotos zu diesem Artikel:
- das Produktfoto mit freundlicher Genehmigung von der Fa. Sonnenerde
- das Foto vom Pflanzentausch aus dem Archiv des Vereins


Kröten, Liebe und Kaviar
01.03.2022

Autorin: Lucia Lehner

Meine liebe Garten- und Naturfreunde,

jetzt seid Ihr ganz aktuell und stark gefragt. Warum seid Ihr so sehr gefragt? Vor ca. zwei Wochen hat mich der LBV angerufen und mir mitgeteilt, dass sie Frosch- bzw. Krötensammler am Soier- Weiher (Schwabsoier See) brauchen.

Wenn jemand von Euch gerne Frösche, Unken und Molche retten will, könnt Ihr Euch gerne beim LBV direkt melden oder auch bei mir anrufen. Die Fahrkilometer werden bezahlt. Was sicher auch ein wunderbarer Anreiz ist, dass Ihr an der frischen Luft seid, und das allerbeste, Ihr könnt unzählige Leben retten. Nicht nur die der Frösche sondern auch noch das von deren Nachkommen.

"Und mild sang die Nachtigall ihr Liedchen in die Nacht, die Liebe, die Liebe ist eine Himmelsmacht". Sobald es jetzt ein bisschen wärmer wird, kommen die Amphibien aus dem Wald, überqueren überall die Straßen und wollen ihre große Liebe finden. Selbstverständlich möchten sie sich dann auch gerne paaren und dies geht halt nur im Wasser. Einige haben ihre Liebste schon gefunden und kriechen zu zweien über die Straße, was ja dann noch langsamer geht. Kommt da ein Auto mit hoher Geschwindigkeit und fährt über die Liebespärchen hinweg, können die Kröten allein schon durch den enormen Luftdruck sehr große innere Verletzungen erleiden, so dass sie, auch wenn sie das Wasser erreichen, nicht mehr untertauchen können. Deshalb ist es oberwichtig sie mit den Krötenzäunen aufzuhalten, in den Eimern zu sammeln und über die Straße zu bringen. Tja, wie gut ist es die letzten Jahrzehnte, dass es die tollen Krötenzäune gibt, hinter denen sie in die dort eingegrabenen Eimer fallen, die man dann über die Straße bringen kann.

Als ich vor Jahrzehnten oft diese Straße am Soier-Weiher entlang benutzte, waren dort noch keine Zäune. Da saßen oder hüpften die Frösche in großer Menge auf der frühlingswarmen Straße Richtung Wasser. Dort und auch an allen anderen Gewässern wurden in den 8-10 Wochen, in denen sie wandern, sehr, sehr viele überfahren.

Alle Kröten und Frösche sind für unser Zusammenleben sehr bedeutsam. Sie vertilgen viele Insekten und vor allem lieben sie Schneckeneier. Diese sind so ungefähr der Kaviar für Kröten.

Jedes Jahr kommen unzählige verschiedene Kröten zu mir in den Teich um sich dort zu paaren und ihre Eier abzulegen. Die meisten legen ihre Eier in Haufen ab, es gibt auch Kröten, Frösche und Molche, die ihre Eier dagegen in Schnüren ablegen. Bei der Paarung geht es den Krötenweibchen oft an den Kragen. Manchesmal streiten sich zwei Männchen um ein Weibchen und sitzen dann zu zweit auf ihr, aber auch einer allein kann es schaffen, dass sie nicht nach oben kommen kann um Luft zu holen. So ertrinken die Mädchen jämmerlich. In jedem Jahr habe ich zwischen sechs und zehn tote Weibchen im Teich. Ja sicher, es sind noch genug Eier da, aber jedes Weibchen, das bäuchlings oben schwimmt, ist für mich ein Herzeleid.

Ich wünsche Euch, dass Ihr die Liebe Gottes und den Reichtum Eures Lebens jeden Tag zu schätzen wisst.

Eure Lucia















Quellenangabe für die Fotos zu diesem Artikel:
- von pixabay


Zukunft Wald und Regenwurm
01.02.2022

Autorin: Lucia Lehner

Meine liebe Garten- und Naturfreunde,

gerne möchte ich Euch noch einmal den Verkohlungsworkshop = Pyrolyse, nicht zu verwechseln mit Bier-olyse, ans Terrapretaherz legen. Da die Kohle nicht nur als wunderbares, unverbrauchbares Gartenmittel zu verwenden ist, sondern auch zum Filtern von Wasser, zum Zeichnen, für das Gesundhalten von Mensch und Tier, alles Weitere beim Workshop. Der Kurs dauert ungefähr 3,5 Stunden mit Verkohlung im Erdloch und in anderen Gefäßen. Mit Bau eines Hügelbeetes oder je nachdem, wo er stattfindet, bestücken wir ein Hochbeet. So seht Ihr auch, wie man seine holzigen Gartenabfälle zu herrlichem Boden machen kann, erstens als Kohle und zweitens in Hügel und Hochbeeten. Ebenfalls zeige ich, wie man seine getrockneten Abfälle bzw. Kleinholz im Ofen verkohlen kann. Es gibt zur Halbzeit Kartoffelpuffer mit selbstgemachtem Sauerkraut und Apfelmus. Ich habe erstmal den 19. März 2022 und den 2. April 2022 dazu vorgemerkt. Zur Anmeldung ruft mich bitte unter 08869 9137076 an. Der Kurs kostet für Vereinsmitglieder 30.- und für Nichtmitglieder 35.- Euro.

In den nächsten Wochen verteilen wir die neuen Mitgliedsausweise und Ihr findet diese in der Post.

Am 13. November letzten Jahres war ich mit dem Projektförster von Future Forest vom Landratsamt Herrn Pertl, einem ehemaligen Förster der Stadt Landsberg, unterwegs. Er hat über viele Jahre schon als Stadtförster ganz gezielt den Wald, besonders in der Nähe von Friedheim, renaturiert, also in einen ursprünglicheren Zustand gebracht. Wie macht er das?

Er setzt vor allen Dingen viele verschiedene Laubbäume mit Fichten, Kiefern und Weißtannen zusammen. Fichten, Kiefern und Tannen machen sauren Boden, deshalb bildet sich Moos und darunter verschimmeln langsam die tanninhaltigen Nadeln und Zweige. In den Boden eingearbeitet wird von Regenwürmern nur Laub von Laubbäumen, wie Linde, Birke, Ahorn, Weide usw. Regenwürmer lieben das Blätterwerk der vorangenannten Bäume sehr. Das Buchen- und Eichenlaub lassen sie lange liegen, da diese Blätter sehr viel Gerbsäure enthalten. Als ich das hörte, habe ich sofort für mich entschieden, dass ich nie wieder mit Buchenlaub im Herbst auf meine Beete abdecke. Ich fragte Herrn Pertl, warum denn dann da so viele Hainbuchen stehen. Hainbuchenblätter sind laut Herrn Pertl nicht gerbsäurehaltig, absolut beliebt bei den Würmern und haben eine ganz andere Zusammensetzung als Buchenlaub. Ganz überwältigt war ich wieder mal, wie der Wald aussieht, wenn diese Laubbäume dazwischenstehen. Fast mooslos und vor allem war ich angetan von der großen Anzahl Würmer, die sich da tummeln. Im bzw. unter dem Moos hingegen waren nirgends Würmer zu finden. Übrigens, von Studenten wird mehrmals jährlich dort die Wurmbevölkerung überprüft und aufgezeichnet. Das ist europaweit, eigentlich weltweit, einmalig, da den Waldboden noch niemand auf Regenwürmer untersucht hat, was unsere kleine Gruppe ganz erstaunt zur Kenntnis nahm. Der Zuwuchs der Bäume ist dort jedenfalls enorm.

Was mein "Zukunft Waldprogramm" anbelangt, ich werde bei mir noch mehr verschiedene Laubbäume setzen, im Besonderen meine seit 13. November noch inniger geliebte Hainbuche. Am allerliebsten würde ich in die Wälder das im Herbst überall anfallende Laub blasen lassen. Ein Träumchen von mir.

Falls ich Euch nun ein bisschen neugierig gemacht habe, am 15. Februar findet im Landratsamt vom Future Forest Projekt ein Tag des Regenwurms statt. Da wegen Corona damit gerechnet werden muss, dass er eventuell nicht stattfinden kann, habe ich bereits erfahren, dass vom Bayrischen Rundfunk aufgezeichnet wird und dies zeitnah im Fernsehen ausgestrahlt wird. Erkundigt Euch dazu bitte im Landratsamt und zwar unter Future Forest.

Ich wünsche Euch goldene Momente an Orten, wo Ihr herzlich willkommen seid, egal ob Ihr Schatten oder Sonne mitbringt.

Eure Lucia









Quellenangabe für die Fotos zu diesem Artikel:
- von Future Forest, Landratsamt Landsberg


Rapunzel, lass Dein Haar herunter
03.01.2022

Autorin: Lucia Lehner

Meine liebe Garten- und Naturfreunde,

Mitte Dezember war ich zum Essen eingeladen, da gab es unter anderen leckeren Sachen auch einen Feldsalat. Rapunzeln genannt. So sind wir auf das Märchen von "Rapunzel, lass dein Haar herunter" gekommen, in dem es ja sehr um diese Rapunzeln (Feldsalat) geht.

Zu Hause habe ich immer wieder an dieses Märchen denken müssen und habe es sofort nachgelesen. Da fiel mir ein, dass ich vor ein paar Jahren einer Bekannten von mir viele Stränge von diesem gehechelten, gebrochenen Hanf geliehen hatte um die Geschichte von Rapunzel für Erwachsene damit nachzustellen.

Wo habe ich diesen einzigartigen Hanf her? Wie kam der zu mir? Als in Denklingen in 2014, eventuell auch früher, der alte "Neuwirt" verkauft war und ausgeräumt wurde, machte ich mich eines Tages auf den Weg um auch noch an eventuelle Raritäten zu kommen. Mein Jäger- und Sammlerherz war wieder mal entfacht. Da stand ich nun unter den Kastanien neben der alten Kegelbahn, die schon fast zusammenfiel, und ich suchte so herum unter den Dingen, die man einfach mitnehmen durfte. Ja, was ham mer denn da, mein Herz hüpfte vor Freude und meine Augen wurden ganz groß, da standen zwei riesige Kartons voll mit fantastischem, altem Hanf. Ich dachte, her mit dem Auto und rein damit.

Ich habe aus dem Hanf Garn gesponnen und in Wachs getaucht, das nehme ich her als Lunte für meine supertollen Holzanzünder aus Sägespänen, Wachs und Kohlestaub. Einfach herrlich, wie die vor allen Dingen lange brennen. Bei meinen Verkohlungskursen sind auch mal Hunde dabei, die wissen, was ihnen guttut, und fressen im unbeobachteten Augenblick den Holzanzünder mit Genuss.

Leider habe ich auch mal versucht den Hanf zu kardieren, das geht gar nicht, weil die Fasern nicht mehr lang genug sind um sie zu verspinnen. Aber aus Fehlern lernt man bekanntlich.

Ja, was ist denn das nun mit diesem alten Hanf, zu was hat man den hergenommen in alten Zeiten und was macht man heute damit?

Unter dem Krieg wurden Hanfbauern nicht eingezogen, weil die Menschen, die dieses Material anbauten, so wichtig waren. Hanf war zur Kleidungsherstellung notwendig, als Dichtungsmaterial bei Installateuren, zur Papierherstellung, als Hanfleinen, auf dem sogar van Gogh malte, als Holzzellulose, als Seile auch im Schiffsbau. Hanf ist einer der besten Proteinlieferanten und gilt als Superfood. Es sind unglaublich viele Vitamine im Hanf z.B. VB2. Was als Fleischersatz zum Muskelaufbau hervorragend ist. Es soll für die Sehschärfe und gegen brennende Augen helfen. Hanfsamen ähneln dem Menschenprotein und haben Omega-3-Fettsäuren, sollen dadurch entzündliche Prozesse wieder ins Lot bringen. Er unterstützt die Entgiftung des ganzen Körpers. Ist das nicht ein herrlicher Schmaus und ein tolles Gewächs?

Hanf stellt kaum Ansprüche an den Boden und wächst so dicht, dass nicht mal Pflanzenschutzmittel, weder gegen Unkraut noch gegen Schädlingsbefall benötigt werden. Hanf wurde verboten, weil der Öl- und Baumwollindustrie Tür und Tor geöffnet wurden und somit einzelne Leute einen Haufen Geld verdienen konnten. Und wie es auch heute so geht, man erfindet ein "Schlagwort", so hat man damals einfach das Wort Marihuana statt Hanf genommen und so wurde die gute Sache auf das übelste schlechtgemacht. Heute bauen wieder einige Biobauern mit einer jährlichen Extra-Genehmigung Hanf an, müssen aber jedes Jahr das Saatgut neu kaufen und dürfen nicht ihr eigenes nehmen.

Ich wünsche Euch wunderbar kalte, aber sonnige Januartage im hoffentlich knirschenden Schnee für einen ganz tollen Spaziergang.

Eure Lucia





Quellenangabe für die Fotos zu diesem Artikel:
- von Pexels